Wie steht es um den Fahrradverkehr in Lichtenberg?

Stefan Taschner fragt bei Malte Preuß vom Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg nach

Dieses Interview ist in unserer Bezirkszeitung, dem Lichtenberger Stachel, erschienen. Die gesamte Ausgabe mit allen Artikeln findest du hier.

Stefan Taschner: Wo stehen wir in Lichtenberg in Sachen Fahrradverkehr, auch im Vergleich zu anderen Bezirken?

Malte Preuß: Lichtenberg steht im Vergleich zu anderen Bezirken eher im unteren Mittelfeld– da sind andere Bezirke ambitionierter. Hier werden vor allem bestehende Radwege erneuert, aber die große Verkehrswende ist das nicht. Bei progressiven Planungen wie dem geschützten Radweg in der Siegfriedstraße habe ich den Bezirk bisher eher als Bremser wahrgenommen.

Stefan Taschner: Seit Februar ist Martin Schäfer (CDU) neuer für den Radverkehr zuständiger Stadtrat. Welchen Eindruck habt ihr von ihm?

Malte Preuß: Wir haben ihn schon ein paarmal erlebt, aber abschließend einschätzen kann ich ihn noch nicht. Mein erster Eindruck ist, dass er versucht, sich möglichst nicht festzulegen, und ich befürchte, dass wir mit ihm eher keine gerechtere Verteilung der Verkehrsfläche zugunsten des Umweltverbundes erleben werden.

Stefan Taschner: In Zeiten von Corona bekommt Fahrradverkehr in Berlin noch einmal eine viel stärkere Bedeutung, in einigen Bezirken sind so genannte Pop-Up-Bikelanes entstanden. Wie bewertest du diese Entwicklung?

Malte Preuß: Ja, wir sehen deutlich, dass der Autoverkehr ab- und der Fahrradverkehr zunimmt. Pop-Up-Bikelanes sind auch in Lichtenberg notwendig. Und es gibt im gesamten Bezirk Straßen, die sich dafür eignen – von Hohenschönhausen bis Karlshorst. Aber auch ohne Corona sieht das Mobilitätsgesetz die Einrichtung von temporären Radwegen vor, das sollte auch das Bezirksamt Lichtenberg nutzen.

Stefan Taschner ist Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Malte Preuß ist beim Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg aktiv.

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