Anlässlich der für den 18.10.2018 geplanten „Demonstration gegen den Bebauungsplan Ostkreuz“ macht der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Lichtenberg deutlich, dass er die aktuelle Planung für das Gebiet an der Rummelsburger Bucht nicht mitträgt.
„Wir freuen uns über das zivilgesellschaftliche Engagement in Lichtenberg und teilen viele der vorgetragenen Kritikpunkte der Demonstrant*innen“, sagt der Bezirksverordnete Robert Pohle.
Kritik üben die Grünen u.a. daran, dass vor Ort soziale Infrastruktur fehlt, die aktuelle kulturelle Nutzung ignoriert wird, zu wenig belegungsgebundene Wohnungen geplant sind und weite Flächen klimatisch bedeutender Stadtnatur versiegelt werden sollen. Zudem zweifeln sie die Sinnhaftigkeit und den Nutzen des Baus eines Aquariums und Hotels an.
„Das Aquarium ist nicht nur aus tierschutzpolitischer Sicht fragwürdig. Es fehlt auch an einem tragfähigen Verkehrskonzept für die prognostizierten 500.000 Besucher*innen pro Jahr“, sagt Daniela Ehlers, die für Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg sitzt.
Antje Kapek, Fraktionsvorsitzende der bündnisgrünen Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin und Lichtenberger Abgeordnete, erklärt dazu: „Ich unterstütze die Kritik der Bündnisgrünen in der BVV Lichtenberg am vorliegenden Bebauungsplan. Das Ostkreuz und die Rummelsburger Bucht sind zentrale Orte von stadtpolitischer Bedeutung und sollten deshalb auch entsprechend den Leitlinien zur Entwicklung von Stadtquartieren – wie im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün vereinbart – entwickelt werden. Dazu zählen u.a. eine möglichst kleinteilige Grundstücksparzellierung und Mischung mit gewerblichen, sozialen und kulturellen Nutzungen und die Vergabe von landeseigenen Flächen für den Wohnungsbau in Erbpacht. Deshalb plädiere ich für einen Neustart der Planungen, unter besonderer Einbeziehung der Menschen, die vor Ort wohnen, arbeiten oder sich erholen.“



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