6.1.2019 Berlins Investorenfeindlichkeit schadet der Stadt

In Berlin findet der Chef der Senatskanzlei endlich klare Worte. In Brandenburg geht die Angst um.

In der rot-rot-grünen Koalition in Berlin sorgte zu Jahresbeginn der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler, für einigen Wirbel. Gaebler hatte in einem Radiointerview gesagt, dass man auch mit privaten Investoren die Entwicklung in der Stadt vorantreiben müsse, dass aber einige in der Regierung noch begreifen müssten, dass „das Miteinander an der Stelle das Richtige ist“. Problem in Berlin sei auch, dass immer Feindbilder wie „böse Heuschrecken“ oder „böse Investoren“ gesucht würden, so der SPD-Mann. Mit Investorenfeindlichkeit käme man aber nicht weiter. „Endlich sagt es mal jemand“, freute ich mich, denn wie Grüne, Linke und SPD mit Google, Trockland oder Hypoport umgegangen sind, das schadet wirklich der Stadt.

Aber wie das so ist in Berlin: Prompt bekam Gaebler Dresche von seinen Koalitionspartnern, also von Linken und Grünen. Besonders schön fand ich, dass die Grünen-Fraktionsvorsitzende Antje Kapek öffentlich jammerte, dass Gaebler, wenn er doch mehr Miteinander wolle, dies erst hätte „intern“ ansprechen sollen. Ausgerechnet Antje Kapek, deren Fraktion die ganze Diskussion über den Investor Trockland am Checkpoint Charlie via Medien angezündet hatte und nichts davon vorbesprochen hatte. Das vorläufige Ende in diesem Fall ist ja bekannt: Rot-Rot-Grün beschloss, die zu bebauende Fläche am Checkpoint Charlie deutlich zu verkleinern – in der Hoffnung, dass sich das Projekt für Trockland nun nicht mehr rechnet und der Investor ganz aufgibt. Aber nein, investorenfeindlich sind wir nicht in Berlin…

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Berliner Morgenpost, 6.1.2019, Autorin: Christine Richter

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