27.10.2018 Kontrollen fehlen: Kutschpferde trotz Hitze eingesetzt

Neuer Streit um die Pferdekutschen in Mitte: Der Bezirk hat im heißen Sommer kaum Kontrollen vorgenommen, um die Tiere zu schützen

Sie gelten als umstrittenste Touristenattraktion der Hauptstadt, sind besonders Tierschützern ein Dorn im Auge: Immer wieder diskutiert die Berliner Politik über ein Verbot der Pferdekutschen am Brandenburger Tor. Zuletzt ist ein entsprechendes Vorhaben im April gerichtlich gescheitert. Jetzt aber gibt es neuen Ärger um die Kutschen. Im Fokus: die Tierärzte vom Veterinäramt im Bezirk Mitte.

Eine Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Taschner ergab, dass das Bezirksamt in den heißen Monaten des diesjährigen Supersommers kaum Kontrollen am Brandenburger Tor durchgeführt hat, um das Wohl der Tiere zu überprüfen. Lediglich fünfmal rückten die Veterinäre in den Monaten Juni, Juli, August und September aus – und das, obwohl im August über mehrere Wochen fast täglich bis zu 37 Grad Celsius im Schatten gemessen wurden. …

Eigentlich soll es an solchen Tagen für die Pferde hitzefrei geben, das hat die Senatsverwaltung für Justiz dem Bezirk bereits im Frühjahr mit einer entsprechenden Bitte um Umsetzung übermittelt. Das Veterinäramt möge demnach bei Temperaturen oberhalb von 30 Grad Celsius die Kutschfahrer des Platzes verweisen.

Das aber hat es laut der Senatsantwort zu keinem Zeitpunkt gegeben: „Das Hitzefrei-Gebot musste laut Mitteilung des Bezirksamt Mitte bisher nicht angewendet werden, da die Kutschbetriebe bei hohen Temperaturen die Arbeitszeit verkürzen und diese in die Abendstunden verlegen.“ Wie aber will das Bezirksamt das eigentlich wissen, wenn es kaum Kontrollen gab? Für Tierschutzpolitiker Stefan Taschner erschließt sich das nicht. „Es kann nicht sein, dass die Tierärzte des Bezirks so selten vor Ort sind“, sagt er. „Die Tiere leiden unter hohen Temperaturen, und das nicht nur, wenn sie in der prallen Sonne stehen. Theoretisch hätte es über Wochen hitzefrei geben müssen.“ Ihn ärgert auch, dass die Tierärzte die Temperatur am Brandenburger Tor gar nicht messen.

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Berliner Morgenpost, 27.10.2018, Autor: Florian Schmidt

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