23.11.2018 Die SPD kapert die Sauvesper von den Grünen

Nicht nur der Innensenator wildert mit seiner Einladung zur Wildschwein-Vesper im Revier des Koalitionspartners.

Die Sau war für viele Jahre grün. Also jetzt nicht parteipolitisch gesehen. Aber wer, wenn nicht die Hüter des grünen Waldes, also die Mitarbeiter der Berliner Forsten, sollte ein Wildschwein zur Strecke bringen, es fachgerecht zubereiten und das Fleisch am wärmenden Lagerfeuer den Gästen feilbieten. Deshalb war die Sauvesper stets ein originelles winterliches Outdoor-Einladungsformat der zuständigen Senatsverwaltung. …

Innensenator Andreas Geisel, Sozialdemokrat und einst selbst als Stadtentwicklungschef der Herr der Forsten, lädt am 14. Dezember zur Sauvesper ins Forstamt Tegel. Umweltsenatorin Regine Günther, parteilos, aber fest im grünen Orbit, veranstaltet hingegen am 28. November eine „traditionelle Herbst­vesper“ in der Revierförsterei Wuhlheide. Womöglich fühlten sich vegetarisch inspirierte Gemüter der Öko-Partei durch den direkten Verweis auf das tierische Essvergnügen irritiert. …

Die Spannung in der Koalition entlädt sich bisweilen in offenem Streit, der dann auch die Linke treffen kann. Die grüne Wirtschaftssenatorin und BVG-Aufsichtsratsvorsitzende ­Ramona Pop geriet im Senat heftig mit der linken Sozialsenatorin Elke Breitenbach aneinander. Pop forderte die Kollegin auf, Obdachlosen lieber freie Plätze in Flüchtlingsunterkünften anzubieten, als auf U-Bahnhöfe zurückzugreifen. An diesem Punkt, so wird berichtet, sei es auch zu heftigen Debatten zwischen Pop und Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek gekommen. Na klar: Wenn es ums Amt der ersten Regierenden Bürgermeisterin der Stadt geht, das für die in den Umfragen stärkste Partei in Reichweite scheint, können alte Rivalitäten schon mal wieder aufbrechen.

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Berliner Morgenpost, 23.11.2018, Autor: Joachim Fahrun

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