19.9.2018 Antisemitische Morddrohungen gegen Satiriker Schlecky Silberstein

Wegen eines Satire-Videos über die Vorfälle in Chemnitz bekommt die Produktionsfirma von Schlecky Silberstein Hausbesuch von der AfD und Morddrohungen im Netz.

Ein Filmdreh mit gravierenden Folgen: Nach den Dreharbeiten zu einem Satire-Video hat der Satiriker Schlecky Silberstein Morddrohungen erhalten, nachdem die Berliner AfD einen Hausbesuch bei seiner Produktionsfirma mit Adresse und Klingelschild auf Video festhielt und ins Internet stellte.

„Die reale AfD karikiert jede Satire“, schrieb ein Nutzer auf die Twitter-Seite von Schlecky Silberstein. Und fasst damit gut zusammen, was zwischen dem Satire-Blog und der Partei in den vergangenen Tagen vorgefallen ist: Nach Berichten des gemeinnützigen Recherchezentrums „Correctiv“ sowie einem Post auf der Webseite von Schlecky Silberstein selbst drehte dessen Produktionsfirma, die Steinberger Silberstein GmbH, für das satirische Funk-Format „Bohemian Browser Ballett“ des SWR am 7. September in Lichtenberg eine Parodie auf die Vorfälle in Chemnitz.

Am Montag äußerte sich auch die Grünen-Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus Antje Kapek via Twitter zu Wort und nannte das Agieren von Hansel „unterirdisch“. „Hausbesuche und Morddrohungen (…) erinnern stark an Methoden aus der Nazizeit.“ Kapek ließ außerdem mitteilen, man werde den Vorfall „parlamentarisch aufarbeiten“. Auch Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) twitterte: „Hier wird die Freiheit von Kunst und Presse durch antisemitische Einschüchterung bedroht.“

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Der Tagesspiegel, 19.9.2018, Autor*innen: Constanze Nauhaus und Felix Hackenbruch

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