Sedimente im Rummelsburger See noch immer hoch belastet

Am 26. November wurden auf Stralau die ersten Ergebnisse der RuBuS-Studie der FU Berlin zu den Sedimenten im Rummelsburger See vorgestellt. So wurde festgestellt, dass die Seesedimente 15 Jahre nach der ersten Sanierungsmaßnahmen im See um die Jahrtausendwende, immer noch „extrem hoch und flächenhaft“ mit Schwermetallen und organischen Schadstoffen belastet sind.

Die zugrunde gelegten Grenzwerte (Consensus-2-Werte) wurden für alle Schadstoffe an jedem Standort überschritten, teils um das 10fache, weshalb toxische Effekte erwartet werden.

Mit Schüttelversuchen wurde getestet, ob die in den Sedimenten vorhandenen Schadstoffe durch mechanische Belastung gelöst und in das Wasser übergehen können. Hier wurde zum Glück festgestellt, dass die Schwermetalle im Sediment gut fixiert sind, also nicht austreten. Allerdings ist hier zu beachten, dass es sich um 24-Stunden-Schütteltests handelte und die Sedimente im See weit länger andauernden mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Die PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, biologische Schadstoffe) hingegen waren hingegen mobil, gingen also in das Wasser über. Die Ökotoxtests, bei denen verschiedene Mikroorganismen dem aus den Schüttelversuchen resultierenden Wasser ausgesetzt wurden, ergaben moderate bis erhöhte toxische Effekte.

Die Bohrkerne im Norden sind auch signifikant höher belastet als im Süden des Sees. Bei den Sedimentfallen zeigte sich eine gleichmäßige Schadstoffbelastung. Je nach Schadstoff ist die Verteilung im See aber sehr unterschiedlich. Die These, dass die obersten Sedimentschichten der untersuchten 15 cm des Seebodens mittlerweile weniger belastet sein könnten, als die darunterliegenden Schichten, konnte leider nicht bestätigt werden.

Das verwundert auch kaum, wenn man erfährt, welch große Mengen Sedimente jedes Jahr im See intern umgelagert werden, also nicht am Seeboden ruhen, sondern durch verschiedene Einflussfaktoren, wie windinduzierter Strömung, Wellen und Turbulenzen und Schiffsverkehr aufgewirbelt werden. Pro Jahr und Quadratmeter Fläche des Sees werden 45 kg Sediment umgelagert, das sind für die gesamte Fläche des Rummelsburger Sees 14 000 t!

Untersucht wurde auch der Einfluss der Schifffahrt auf die Sedimentaufwirbelung anhand eines Fahrgastschiffes (der Pinguin) und einem „normalen“ Freizeitschiff. Während beim An- und Ablegevorgang des Freizeitschiffes keine größere Trübung des Wassers am Steg und um das Schiff festgestellt werden konnten, war dies beim Fahrgastschiff sehr deutlich. Die Trübung stieg zeitweise auf mehr als das achtfache an! Je größer die Schiffe und desto komplexer die Schiffsbewegungen im See, desto mehr Sedimente und damit Schadstoffe werden aufgewirbelt. Die Auswertungen der Studie sind noch nicht abgeschlossen und viele Ergebnisse haben wieder neue Fragen aufgeworfen, so dass wir erst am Anfang stehen. Die Ergebnisse werden aber mit Sicherheit in die Arbeit des Steg- und Uferkonzeptes und der Arbeit des Runden Tisches und der BVV einfließen. In einigen Wochen soll die Präsentation der Studie  auch im Internet unter www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/wasser/rummelsburger_see/ zur Verfügung gestellt werden.

Ihr Sascha Clucas
Mitglied im Umweltausschuss und im Runden Tisch Rummelsburger See

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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