Grünes KiezKino

Derzeit arbeiten wir an einem Neustart des Grünen Kiezkinos. Wer mitmachen will, ist herzlich willkommen.

Rückblick

4.3.2015

BLOOD IN THE MOBILE

Dokumentation von Frank Piasecki Poulsen
Dänemark/Deutschland 2010, 52 Min.

Der Dokumentarfilm Blood in the Mobile des Regisseurs von Guerilla Girl, Frank Piasecki Poulsen, handelt von dem illegalen Geschäft mit Mineralien in den Minen in östlichen Provinzen des Kongo und dem daraus resultierenden brutalen Krieg.
Dieser Krieg hat bereits an die 5 Millionen Menschenleben gekostet und ist der blutigste Konflikt seit dem zweiten Weltkrieg.

Frank Piasecki Poulsen hat mehrere Reisen in Gebiete mit den berüchtigten Minen im östlichen Kongo unternommen – u.a. die Mine in Bisie – wo Kindern im Alter von 10 Jahren bis zu 72 Stunden in den engen Tunneln unter der Erde verbringen. Die Mineralien, die aus dem illegalen Förderung gewonnen werden, sind wichtige Bestandteile heutiger Mobiltelefone.

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4.12.2014

VON HOHENSCHÖNHAUSEN NACH NIEDERSCHÖNEWEIDE
Verleih: Karl-Handke Filmproduktion
Deutschland 2014, 73 Min., Regie: Volker Meyer-Dabisch

25 Jahre nach dem Fall der Mauer fährt ein Fahrrad mit einem schweren alten Fahrradanhänger durch die Bezirke Hohenschönhausen und Schöneweide. Im Gepäck ein Stuhl und eine Kamera. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Portrait über die Bewohner und eine Stadt im Aufbruch. Der ehemalige Stasibezirk Hohenschönhausen wartet sicher noch weitere 25 Jahre bis die Aufklärung dem Schweigen Platz macht, auf das ich in weiten Teilen noch gestoßen bin. Ein Pfarrer sprach von einem »Schleier der Angst« der zu DDR Zeiten über dem Bezirk hing- ein wenig spürt man ihn noch.
Schöneweide ist nach einer langen Geschichte des industriellen Niedergangs und einem negativen Höhepunkt als Zentrum der neonazistischen Bewegung in Berlin jetzt im Aufwind.

Der Club Kiki Blofeld, in Mitte vertrieben, hat hier eine neue Heimat gefunden. Gerke Freyschmidt, der Inhaber erzählt begeistert vom Bezirk in dem vieles im Umbruch ist, von dem Charme des Unfertigen und Improvisierten, hier sind noch viele Leerstellen zu besetzen, Projekt zu realisieren. Ein Ort für Abenteurer, die Sonne spiegelt sich golden auf einem riesigen leerstehenden Industriegebäude direkt an der Spree. Das Gold wird langsam zu Grau, der Tag ist zu Ende, und wie es scheint freuen sich hier viele auf jeden neuen Tag.
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23.10.2014

„Im Ghetto. Die Roma von Stolipinowo”
Ein Film von: Studio West

2009, 75 min, Bulgarisch mit deutschen Untertiteln
Regie, Schnitt und Kamera: Hermann Peseckas, Buch: Hermann Peseckas, Andreas Kunz, Musik: Petar Vaklinov, Ton: Andreas Kunz

Stolipinovo ist ein Stadtteil von Plovdiv, der zweitgrößten Stadt Bulgariens. In Stolipinovo leben in heruntergekommenen Plattenbauten und provisorischen Hütten um die 40.000 Menschen auf 1,5 Quadratkilometern, die meisten gehören zur Roma-Minderheit.

Der Dokumentarfilm „Im Ghetto. Die Roma von Stolipinowo“ von Studio West zeigt die extremen Lebensbedingungen aus der subjektiven Perspektive und Erfahrung der Roma durch die Jahrzehnte. Arbeitslosigkeit, Hunger, mangelnde medizinische Versorgung, Analphabetismus und Ghettoschulen sind das Ergebnis ständiger Verfolgung und Diskriminierung.

Stolipinovo hat über die Landesgrenzen hinaus einen schlechten Ruf: In Deutschland wurde der Stadtteil bekannt, weil zahlreiche Familien aus Stolipinovo nach Dortmund auswanderten, um dort, wenigstens zeitweise, Arbeit zu finden. Als Reaktion auf die Vorbehalte gegen „Armutsflüchtlinge aus Osteuropa“  schrieben Vertreter von Nichtregierungsorganisationen aus Stolipinovo 2013 einen offenen Brief an die deutsche Bundesregierung:  „Niemand von uns verlässt gerne seine Familie, sein Haus, seine Heimat, um in einem fremden Land zu arbeiten“, steht da. „Dennoch: im Gegensatz zu unserer Heimat finden wir dort Arbeit. Uns bleibt oftmals nur die Chance, wenigstens für ein paar Monate im Jahr im europäischen Ausland zu arbeiten, um unsere Familien zu ernähren.“

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26.6.2014

Der Kleiderhaken  – Die Schattenseiten des Freihandels in der globalen Bekleidungsindustrie
(D, 2006, 70 min)
von: Zwischenzeit, Initiative für soziale, interkulturelle und ökologische Forschung, Analyse und Bildung e. V.
Produktion: Dorit Siemers, Heiko Thiele

Die Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschland ist seit Jahren von Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer geprägt. Dabei wandert die Produktion ohne jede soziale oder ökologische Rücksichtnahme von einem Billiglohnland ins nächste. In den Schlagzeilen ist Bangladesch mit einstürzenden Fabriken und verheerenden Arbeitsbedingungen. Vor weniger als 10 Jahren wurde zum Beispiel noch in Honduras für C&A, Adidas oder H&M genäht. Das Filmteam von Zwischenzeit e.V. besuchte 2006 Mittelamerika, um existierende und geplante „Entwicklungsprojekte“ des Plan Pueblo-Panamá (PPP) zu dokumentieren. Der PPP, ein neoliberales Großvorhaben mit ineinander verzahnten Wirtschaftsbereichen, wird trotz negativer Auswirkungen auf Mensch und Natur von den Regierungen weiter vorangetrieben. Im Film kommen Betroffene, PolitikerInnen und WirtschaftsvertreterInnen zu Wort.

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen um TTIP und der zahlreichen Skandale in der internationalen Bekeidungsindustrie ist dieser Film aktueller denn je.

22.5.2014

Liebe Freunde des grünen KiezKinos,
diesen Monat ziehen wir wegen des Feiertags das KiezKino um eine Woche vor. Am Donnerstag, 22.5. zeigen wir ab 20 Uhr eine französische Dokumentation über die Auswirkungen von Pestiziden in der Landwirtschaft. Der Film ist in französisch mit englischen Untertiteln.

24.4.2014

War on Whistleblowers

Das grüne KiezKino zeigt die Dokumentation „War on Whistleblowers“ von Robert Greenwald (2013). Der Film befasst sich mit dem Umgang mit Whistleblowern in Amerika.

27.3.2014

„Über den Tellerrand – Ernährungssouvränität in Zeiten des Klimawandels”,
ein Film von Jürgen Kraus und Heiko Thiele

„Ernährungssouveränität” ist die zentrale Forderung der kleinbäuerlichen Bewegungen in Bangladesh. Angesichts von Klimawandel, Flächenknappheit und Landkonflikten setzen sie sich für eine gerechte Landverteilung und eine selbstbestimmte Agrarproduktion ein. Die Bewegungen verfolgen ihre Ziele gegebenenfalls mit radikalen Mitteln: Sie besetzen und bewirtschaften Land, das ihnen laut Gesetz zuseht, aber aufgrund von Korruption nicht übertragen wird.

27.2.2014

Grundeinkommen – ein Kulturimpuls
Ein Film-Essay von Daniel Häni und Enno Schmidt (2008) 100 Min.

„Ein Einkommen ist wie Luft unter den Flügeln!“ so beginnt der Film. Sollte das für jeden bedingungslos sein? Kann es das geben: ein wirtschaftliches Bürgerrecht? Der Film ist packend, bewegt, berührt und kommt gerade da auf den Punkt, wo es um reine Vernunft geht. Er lässt die Verhältnisse unter einem neuen Licht sehen.

Das Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ ist umstritten. Liegen wir nur noch in der Hängematte, wenn wir nicht mehr für Geld arbeiten müssen? Setzt es unglaubliche Kreativität frei, wenn wir jenseits des einfachen Überlebens endlich machen können, was wir wollen? Und wer soll das bezahlen?

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