„Kreative Jugend statt Stigmatisierung“

Das Thema Graffiti wird von den Bürger_innen sehr unterschiedlich wahrgenommen. Für die einen eine Straftat, die nicht radikal genug geahndet werden sollte. Für viele gilt sie als alternative Kunst und Ausdruck von Kreativität. Andere nehmen sie, in einer Stadt wie Berlin, gar nicht mehr wahr. Einige verdienen sogar inzwischen ihr Geld damit, indem sie von Unternehmen beauftragt werden, Wände mit Graffiti-Werbung zu verschönern. Indirekt erhofft man sich damit auch dem nicht gewolltem Graffiti zu begegnen, da die Regeln bei Sprayer_innen besagen, dass Bilder des anderen nicht übersprüht werden.

Es sind in den meisten Fällen junge Menschen, die teilweise auch gerade deswegen, weil es verboten ist, die Wände mit mehr oder weniger imponierenden Graffitis besprühen. Mit dem Alter werden sie entweder zu bereits erwähnten professionellen Sprayer_innen, oder sie lassen es einfach sein. Fakt bleibt aber: Graffiti gibt es schon seit sehr vielen Jahren und es wird es auch weiterhin geben.

Nun kommt es also auf den Umgang mit Graffiti an. Freilich kann man eine noch strengere strafrechtliche Verfolgung fordern. Oder man nimmt zur Kenntnis, dass es Graffiti sowieso geben wird und man deswegen den jungen Menschen ermöglichen sollte ihre Erfahrungen zu machen, ohne dass dies gleich kriminalisiert wird. Daher setzten wir uns in der DS 0923/VII für die Schaffung geeigneter Flächen ein und würden es sehr begrüßen, wenn junge Menschen zusammen mit Akteur_innen der Jugendhilfe und der Kunst, den richtigen Zugang zu Graffiti finden, aber auch lernen, was cool ist und was nicht. Wer weiß, wie viele junge talentierte Künstler_innen in Lichtenberg noch nicht entdeckt wurden.

Ihr Bartosz Lotarewicz
(Jugendpolitischer Sprecher)

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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