Grüne wollen Mietenwahnsinn stoppen

Am 12.04. waren die Bundestagsabgeordnete Lisa Paus und die Lichtenberger Bündnisgrünen im Weitlingkiez, um mit den Bewohnerinnen und Bewohnern über Probleme rund um Miete und Verdrängung ins Gespräch zu kommen.

Vor dem REWE in der Weitlingstraße wurden steigende Mieten, überzogene Modernisierungen, die Auswirkungen von Immobilienspekulation, fragwürdiges Verhalten von Vermietern und Ängste vor Verlust der Wohnung diskutiert.

„In den Gesprächen bestätigt sich ein Bild, dass ich als Anwohner selbst habe. Hier verändert sich gerade richtig viel, überall wird gebaut, saniert, modernisiert. Das Problem ist, dass sich immer mehr Menschen keine Wohnung im Kiez leisten können. Ich merke es bei Freunden und Nachbarn, die Kinder bekommen und dann nach einer etwas größeren Wohnung suchen. Bei Neuvermietungen sind Nettokaltmieten von 12€ pro Quadratmeter der Standard“, sagt der Kreisvorsitzende der Lichtenberger Bündnisgrünen, Philipp Ahrens. Co-Vorsitzende Hannah Neumann ergänzt: „Es gibt inzwischen aber auch Angebote für fast 17€. Kaum jemand der heute hier lebt kann sich solche Mieten leisten. Familien müssen in einer beengten Wohnung ausharren oder den Kiez und ihr soziales Umfeld verlassen. Aber auch Singles, Paare und ältere Menschen trifft es hart, wenn sie wegen Modernisierungsmaßnahmen ausziehen müssen.“

Lisa Paus kennt diese Probleme, die inzwischen nicht mehr nur die Innenstadt betreffen. „Die Wohnungsnot ist akut, auch in Lichtenberger Kiezen. In den Bezirken mit grünen Baustadträten werden die zur Verfügung stehenden Instrumente bereits genutzt. Auch der Senat tut was er kann. Aber der Bund muss sich jetzt  bewegen. Wir wollen eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit einführen, die Lücken im Miet- und Baurecht schließen, den Milieuschutz zu einem Mieterschutzinstrument entwickeln und die Spekulation endlich eindämmen“, zeigt sich Lisa Paus kämpferisch.

Bis dahin bleibt abzuwarten, ob der sogenannte Milieuschutz für den Weitlingkiez Wirklichkeit wird und immerhin Luxussanierungen verhindert sowie ein Vorkaufsrecht durch den Bezirk ausgeübt werden kann. „Ich hoffe, dass es dieses Mal klappt, sonst wird der Kiez denen überlassen, die ihren Profit maximieren wollen“, so Ahrens.

Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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