18.05.2017 Abstellanlagen für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren, Fahrräder und Lastenfahrräder

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht im Bündnis für Wohnen für die Errichtung von Abstellanlagen für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren, Fahrräder und Lastenfahrräder zu werben und diese mit einem Modellprojekt voranzutreiben. Die Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften bzw. alle Mitglieder des Bündnisses für Wohnen sollen Abstellanlagen in ihren Wohnanlagen einrichten. Bauweise, Verortung und Größe sollen von dafür ausgewiesenen Fachleuten geplant und ausgeführt werden. Dabei sind Erfahrungen anderer Wohnanlagen mit derartigen Unterbringungsmöglichkeiten zu nutzen. Die Bewohner*innen der Wohnanlagen und einzelnen Häuser sollen in einem mehrstufigen Prozess von der Vorstellung des Projektes bis zur Einigung über die Ausführung durch geeignete Beteiligungsverfahren in die Planungen einbezogen werden.

In der ersten Phase solle dazu ein Modellprojekt entwickelt und von einem Bündnismitglied in einer bestehenden Wohnanlage umgesetzt werden, das als Grundlage für eine breitere Diskussion dienen werden kann.

Für die Finanzierung eines derartigen Modellprojektes sowie von Folgeprojekten sollen die vom Senat geplanten Förderinstrumente, zum Beispiel für die Förderung des Fahrrades, genutzt werden.

Begründung:
Die Umsetzung des Ziels, Lichtenberg zu einem familienfreundlichen Bezirk zu entwickeln, hat zu einer erfreulichen Zunahme des Anteils von Kindern im Bezirk geführt, woraus ein steigender Bedarf an Stellplätzen für Kinderwagen auf Gemeinschaftsflächen der Wohnanlagen entsteht.

Die Entwicklung von fahrbaren Hilfsmitteln, wie Rollstühlen und Rollatoren, für Personen mit Bewegungsbeeinträchtigungen ermöglicht diesen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, erfordert dabei jedoch ebenfalls mehr Stellplätze im öffentlichen Raum der Wohnanlagen.

Das Fahrrad als gesundheitsförderndes und umweltschonendes Verkehrsmittel erfährt durch die neue Berliner Landesregierung sowie das Berliner Abgeordnetenhaus nun endlich den ihm zukommenden Stellenwert. Um seinen Anteil am Individualverkehr steigern zu können, müssen mehr Stellplätze für Fahrräder in den Wohnanlagen zur Verfügung gestellt werden.

Diese drei genannten Tendenzen führen zu einem Zielkonflikt, wenn man sie isoliert betrachtet und überkommene Lösungen weiter praktiziert. Dazu gehören zum Beispiel Boxen für jeweils einen Kinderwagen oder einen Rollstuhl oder ein Fahrrad. Gefordert sind Lösungen, die allen drei Anforderungen entsprechen. Diese zu finden stellt eine Herausforderung dar, um die man jedoch nicht herumkommt.

Das Bündnis für Wohnen wäre die geeignete Institution, neue Lösungen zu erarbeiten, zu propagieren und zu verallgemeinern.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7023

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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