8.10.2018 Wenn Rechtsextreme ihre „Gegner“ öffentlich machen

Am 3. Oktober zieht eine rechte Demonstration mit mehr als 1.000 Teilnehmern durch Berlin. Ein rbb-Reporter beobachtet, dass vor einem bestimmten Haus gerufen wird, dieses solle man sich merken. Denn dort wohne angeblich eine politische „Gegnerin“. Kein Einzelfall – immer wieder machen Rechtsextreme private Adressen und Fotos öffentlich. Bernd Schlömer, FDP-Politiker im Berliner Abgeordnetenhaus, sagt: „Die AfD versucht über das Instrument der Bloßstellung politische Agenda zu betreiben. Das widerspricht unserem Prinzip einer vielfältigen, weltoffenen Stadt, in der wir in Berlin leben wollen.“

Wie es sich anfühlt, wenn politische „Gegner“ die private Anschrift im Netz veröffentlichen, hat auch der Satiriker Schlecky Silberstein jüngst erfahren. Der Geschäftsführer der Berliner AfD-Fraktion, Frank-Christian Hansel, hatte in einem Youtube-Video die Adresse des Produzenten gezeigt.

Er hatte sich die Anschrift der Produktionsfirma, bei der Schlecky Silberstein Mitgesellschafter ist, vom Bezirksamt geben lassen. Anschließend ließ Hansel sich vor einer verschlossenen Tür filmen, hinter der der Satiriker zugleich seine Privatwohnung hat.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Antje Kapek, sprach von „unterirdischen“ Nazi-Methoden, die im Abgeordnetenhaus aufgearbeitet werden müssten. Die AfD nannte es einen gescheiterten Versuch, die Produktionsfirma eines AfD-kritischen Satirevideos mit den eigenen Waffen zu schlagen.

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rbb24, 8.10.2018

Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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