6. Gesund bleiben und gesund werden in Lichtenberg

Unser Hauptaugenmerk gilt der Erhaltung und Förderung der Gesundheit durch aufklärende und vorbeugende Maßnahmen im Lebensumfeld der Lichtenberger*innen. Viele Krankheiten werden durch Fehlernährung und Bewegungsmangel begünstigt.

Gesundheit durch Vorbeugung und Aufklärung

Vorhandene Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen und anderer Studien sollten dazu genutzt werden, gesundheitsfördernde Aktionen insbesondere in den Gebieten zu verorten, die unter den Durchschnittswerten liegen. Auch über Möglichkeiten der Prävention wenig bekannter Krankheiten und über ihre Heilungschancen sollte in geeigneter Weise informiert werden.

Platz zur Erholung – gut für die Gesundheit

Beim Bau neuer Wohnhäuser setzen wir uns dafür ein, dass trotz der verdichteten Bebauung vorhandene Grünflächen für die Erholung, Freizeitgestaltung und Festigung sozialer Kontakte erhalten oder neugeschaffen werden und unsere Idee des „Essbaren Stadtbezirks“ durch die Anpflanzung von Obstbäumen und Beerensträuchern befördert wird.

Spielplätze für alle Generationen

Für Menschen aller Altersgruppen fordern wir die Einrichtung weiterer generationsübergreifender Spielplätze. Für Senior*innen soll flächendeckend ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot zur Erhaltung ihrer Alltagskompetenz entwickelt und angeboten werden, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit Familienzentren und Sportvereinen.

Offenheit, Spaß und Ausdauer statt Leistungsdruck im Sport

Nachhaltige Mobilität in Form von Radfahren und Zufußgehen nützt auch der Gesundheit. Wir setzen uns für eine bessere Förderung des Fahrradverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs ein. Damit Menschen mit Behinderungen am öffentlichen Leben besser teilhaben können, fordern wir überall im öffentlichen Raum Schrägen und Rampen, die so gebaut sind, dass sie von den Menschen, die sie brauchen, tatsächlich genutzt werden können.

Für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen fordern wir die Einführung solcher Sportangebote, die ihnen mehr Spaß machen als der auf vordergründige und kurzfristige Leistung getrimmte Unterricht, der viele demotiviert und ausschließt. Die Orientierung soll auf das Training von Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit durch vielfältige, auch außerhalb des Unterrichts mögliche Weisen erfolgen. Die zu sanierenden und neuen Sport- und Spielplätze sollen diesem Anliegen auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse entsprechen. Die Entwicklung von speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche mit gesundheitlichen Einschränkungen ist zu forcieren und einzuführen.

Gesundes und leckeres Essen (nicht nur) für unsere Kleinsten

Die Erfahrungen selbst kochender Kitas, die in der Regel einem höheren Qualitätsstandard in der Essenszubereitung folgen, sollen verallgemeinert und mit einem besseren Personalschlüssel ausgestattet werden. Kochprojekte in Kitas verbessern nicht nur die gesunde Ernährung in den Kitas, sondern schließen oft auch Elternarbeit mit ein. Wir werden uns dafür einsetzen, dass solche Projekte auch in Schulen umgesetzt werden. Auch bei der Frühstücksversorgung sind die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass kein Kind von einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung ausgeschlossen wird. Bei öffentlichen Veranstaltungen werden wir uns dafür einsetzen, dass neben anderen Gerichten auch vegetarische und vegane Speisen angeboten werden.

Suchtprävention: Kinder und Jugendliche schützen und ernst nehmen

Bündnisgrüne Drogenpolitik setzt auf frühzeitige Aufklärung und Prävention. In den Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen muss noch intensiver das Thema Sucht sowie die Folgen des Drogenkonsums aufgeklärt werden. Das gilt insbesondere auch für die legalen Drogen Alkohol und Tabak. Alkoholmissbrauch und Tabakkonsum schaden gerade der Gesundheit von Heranwachsenden. Wir wollen daher die Aufklärung insbesondere unter Kindern und Jugendlichen verstärken.

Wir wollen im Bezirk die Weichen für eine fortschrittliche Drogenpolitik stellen und uns dafür einsetzen, dass auf Landes- und Bundesebene die Rahmenbedingungen so verändert werden, dass z.B. Modellprojekte zur legalen Abgabe von Cannabis bei uns im Bezirk entstehen können. Denn nur durch die legale Abgabe kann der Jugendschutz gewährleistet werden. Wir wollen durch Prävention und Aufklärung erwachsenen Menschen die Entscheidung überlassen, ob sie legale Drogen erwerben und konsumieren und sie für ihre freie Entscheidung nicht kriminalisieren.

Verantwortung übernehmen statt Drogenkonsument*innen an den Rand drängen

Drogen, egal welcher Art, sind leider ein Teil des Alltags auch in Lichtenberg. Neben der Förderung von Hilfs- und Unterstützungsprogrammen ist es wichtig, abhängige Menschen und ihre Bedarfe wahrzunehmen. Dazu gehört auch die gezielte Ansprache, um  mit diesen Menschen gegen ihre Drogensucht zu arbeiten und dieser von Anfang an entgegenzuwirken.Der Bahnhof Lichtenberg ist schon seit langem ein Anlaufpunkt von Trinker*innen geworden, die dort allerdings ohne Hilfsangebote regelmäßig des Bahnhofs und in die Kälte verwiesen werden. Wir möchten einen Trinker*innenraum in Bahnhofsnähe einrichten, so dass zum einen die Menschen nicht darauf angewiesen sind, sich auf der Straße aufzuhalten und andererseits die Möglichkeit entsteht, mit Hilfs- und Unterstützungsangeboten an die Menschen heranzutreten. Außerdem soll die Deutsche Bahn AG aufgefordert werden, am Bahnhof Lichtenberg ihr Angebot einer Bahnhofsmission aufzubauen und personell aufzustocken, um hilfsbedürftigen Menschen einen Raum und Hilfe zur Verfügung zu stellen.

Drug-Checking: neue Wege in der Ansprache von Drogenkonsument*innen

Die Clubszene in Lichtenberg floriert. Damit einher geht allerdings auch die Zunahme des Konsums szenetypischer Drogen. Um die Gefahren des Drogenkonsums zu minimieren, möchten wir die Möglichkeit eines Drug-Checking-Programms für Lichtenberg prüfen. Beim Drug-Checking geht es zum einen darum, dass den Menschen ermöglicht wird, ihre Drogen durch eine mobile Beratungsstelle prüfen zu lassen, um die gesundheitlichen Risiken durch unerwünscht beigemischte Substanzen zu verringern. Zum anderen bietet es die Möglichkeit, die Konsument*innen mit Aufklärungs- und Unterstützungsprogrammen zu erreichen, die durch die konventionelle Drogenberatung nicht erreicht werden. Bezirkspolitik muss sich auch verpflichtet fühlen, Drogenabhängigkeiten entgegen zu wirken und besonders jungen Menschen von Anfang an professionelle Hilfe an die Seite zu stellen.

Ärzt*innen bei der Niederlassung im Bezirk unterstützen

Um die Sicherung ausreichender Personal- und Sachmittel für die bessere gesundheitliche, psychologische und psychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien zu gewährleisten, werden wir uns weiterhin in Gesundheitskonferenzen und Fachgremien engagieren.

Im Zuge der „wachsenden Stadt“ ziehen immer mehr Menschen nach Lichtenberg. Bei Neubau und Sanierung bestehender Gebäude fordern wir die Vorhaltung von gewerblichen Räumen für Arztpraxen und Gesundheitszentren. Ausschließlich zu diesem Zwecke soll bei der Sanierung von Gebäuden das Zweckentfremdungsverbot von Wohnraum ausnahmsweise aufgehoben werden.

Um die wohnortnahe Unterversorgung mit Haus- und Fachärzten zu überwinden, werden wir weiterhin Anträge und Initiativen unterstützen, die Druck auf die Kassenärztliche Vereinigung machen, um diesem Missstand ein Ende zu bereiten und so eine gerechtere Verteilung von Ärzten aller Fachrichtungen in den Bezirken und Stadtteilen zu erreichen.

Um die ärztliche Grundversorgung, Impfungen und notwendige gesundheitliche Untersuchungen für Geflüchtete abzusichern, fordern wir den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und den beiden im Bezirk ansässigen Krankenhäusern. Die Gewährleistung der reibungslosen Arbeit des für ganz Berlin zuständigen Tuberkulosezentrums mit ausreichend Technik, Räumlichkeiten, Personal- und Sachmitteln ist sicherzustellen.

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Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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