4. Unser Markenzeichen: Umweltgerechtigkeit

Lichtenberg soll Klimaschutzmodellbezirk werden. Das bezirkliche Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2010 muss auf die bisherige Umsetzung und Erfolge geprüft und gegebenenfalls nach 2020 fortgeschrieben werden.

Intracting bedeutet, dass nach einer Anschubfinanzierung jede weitere Maßnahme mit den erzielten finanziellen Einsparungen der vorherigen bezahlt wird. Wir halten dies nach wie vor für ein gutes Instrument, um Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.

Wir wollen Grünflächen erhalten und entwickeln!

Wir wollen Lichtenberg als grünen Bezirk, mit ausgedehnten Grünflächen, attraktiv gestalteten Parkanlagen, aber auch Landwirtschaftsflächen erhalten und eine nachhaltige Pflege bzw. Bewirtschaftung dieser Flächen.

Wir setzen uns für differenzierte Pflegekonzepte der Grün- und Verkehrsflächen unter Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes ein. Dabei geht es um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Ansprüchen der Nutzer*innen und den Anforderungen, die die Erhaltung von Lebensräumen und der Artenvielfalt in unserem Bezirk stellt – denn Artenvielfalt ist Lebensqualität.

Wir wollen, dass sich Lichtenberg zu einem „essbaren Bezirk“ entwickelt. Das bedeutet, dass bei Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen bewusst essbare Arten, wie z. B. Obstbäume und Beerensträucher, gepflanzt werden, die nicht nur den Menschen sondern auch der Tierwelt als Nahrung dienen können.

Wir fordern, dass die Verpflichtung Berlins, sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen, auch im Bezirk umgesetzt wird und dass die Selbstverpflichtung mit messbaren und kontrollierbaren Zielen untermauert wird.

Für jeden gefällten Baum ein neuer – ohne Ausnahme!

Wir wollen ein öffentliches, im Internet verfügbares, Baumkataster, auf dem alle Vorhaben, wie Fällung, Neu- und Ersatzpflanzungen, vermerkt sind. Dies schafft Transparenz und Akzeptanz für pflegerische Maßnahmen.

Wir setzten uns dafür ein, dass die Anwohner*innen vor Baumfällungen durch Aushänge an den betroffenen Bäumen über alle relevanten Aspekte informiert werden, wie den Grund für die Fällung, Ansprechpartner bei Rückfragen und geplante Ersatzpflanzungen.

Der Bezirk ist im Gegensatz zu Investoren nicht gesetzlich verpflichtet, Ersatzpflanzungen für Baumfällungen vorzunehmen. Dennoch fordern wir, dass alle gefällten Bäume freiwillig durch den Bezirk ersetzt werden.

Für ein gutes Stadtklima – gegen Flächenversiegelung

Wir wollen, dass die Ausweisung der Schutzgebiete im Bezirk fortgesetzt wird und dass der Biotopverbund unter Einbeziehung der Gewässer realisiert wird.

Wir setzen uns dafür ein, dass Lichtenberg sich im Flächenmanagement an der Zielsetzung orientiert, die zusätzliche Flächeninanspruchnahme (Netto-Neuversiegelung) auf Null zu reduzieren. Nur so können wir die wertvolle Ressource Boden mit Ihren Funktionen (Lebensraum von Tieren und Pflanzen, Raum für Erholung, Niederschlagswasserversickerung, Stadtklima) für die Stadt erhalten. Daneben soll das Werkzeug der Flächenentsiegelung genutzt werden.

Die Zukunft des Tierparks: artgerecht, transparent und offen

Wir wollen, dass in Lichtenberg weitere Naturerfahrungsräume ausgewiesen werden. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur altersgerechten Entwicklung und einem besseren Naturverständnis bei Kindern und Jugendlichen.

Wir möchten, dass die weitere Entwicklung des Tierparks mit Anwohner*innen gemeinsam diskutiert und geplant wird. Wir setzen uns für eine Bürgerbeteiligung von Anfang an ein. Auf diese Weise können – z B. an einem Runden Tisch – die verschiedenen Akteure und besonders auch die Lichtenberger*innen in diesen Prozess mit einbezogen werden. Entscheidend ist für uns, dass dabei die artgerechte, naturnahe Haltung der Tiere oberste Priorität hat. Zudem sollte eine barrierefreie Nutzung des Tierparks gewährleistet werden und die Eintrittspreise so gestaltet sein, dass es jedem Menschen möglich ist, den Tierpark zu besuchen.

Der Tierpark ist auch ein wichtiger Landschafts- und Erholungspark. Er kann auch Lernort und Anschauungsort für heimische Pflanzen und Bäume werden und so einen weiteren wichtigen Aspekt zur Arterhaltung unterstützen.

Wildtiere wie Elefanten, Löwen und Tiger können in einem Zirkus nicht naturnah und artgerecht gehalten werden. Deshalb wollen wir Zirkussen mit Wildtieren keine bezirkseigenen Flächen in Lichtenberg zur Verfügung stellen.

Kraftwerk Klingenberg: Raus aus der Kohle

Wir verfolgen auch weiterhin in Lichtenberg die „Strategie der drei E´s“ – Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Denn Energieeinsparung bringt dreifache Dividende, da sie CO2-Emissionen, Ressourcen und Geld spart. In noch nicht von der Fernwärme erschlossenen Gebieten setzen wir uns für die Schaffung von Nahwärmenetzen ein, die erneuerbare Energien nutzen. Dies kann zur erhöhten Effizienz der Netze aufgrund geringerer Übertragungsverluste und eines geringeren Primärenergieaufwands beitragen.

Wir haben ein kritisches Auge auf die Entwicklungen beim Heizkraftwerk Klingenberg. Die Produktion von Strom und Fernwärme aus Braunkohle muss unverzüglich eingestellt werden. Gleichzeitig fordern wir ökologische Nachfolgelösungen für den Betrieb des Heizkraftwerks ein.

Wir setzten uns für dafür ein, dass die Möglichkeiten der Nutzung der kommunalen Abwässer zur Wärmegewinnung in öffentlichen Gebäuden sowie bei Neubauvorhaben regelmäßig geprüft und bei positiver Bilanzierung auch realisiert werden.

Bezirkseigene Gebäude müssen ihren Energieverbrauch reduzieren und nach nachhaltigen bedarfsorientierten Energieversorgungsmöglichkeiten, auch als Eigenproduzent, suchen.

Wir wollen, dass der Bezirk seinen Einfluss auf Wohnungsunternehmen und Investoren nutzt, damit diese sowohl bei Privatstraßen als auch bei der Beleuchtung an Gebäuden auf Energieeffizienz achten und die Lichtverschmutzung minimieren.

Abwässer und Regenwasser sinnvoll nutzen

Wir setzen uns für die mehrfache Regenwassernutzung und Regenwasserspeicherung ein. Die Nutzung des Regenwassers für den Sanitärbereich ist langjährig erprobt und kann grundsätzlich realisiert werden. Das führt zu erheblichen Einsparungen von Trinkwasser. Aber auch die Nutzung zur Bewässerung von Freiflächen erspart die Trinkwasseraufbereitung. Damit werden auch weniger Schadstoffe ungefiltert in unsere Gewässer wie den Rummelsburger See eingeleitet.

Abkühlung durch Frischluftschneisen

Der Klimawandel führt in Städten zu deutlich höheren Sommertemperaturen, wodurch die Bedeutung der nächtlichen Abkühlung in der Stadt steigt, da Straßen und Gebäude die tagsüber gespeicherte Wärme wieder abgeben. Auf versiegelten Flächen findet keine kühlende Wasserverdunstung statt. Wir setzen uns daher für die Sicherung von Frischluftschneisen ein, die kühle und saubere Luft aus dem Umland in die Innenstadt leiten. Damit sichern wir uns auch in Zukunft ein angenehmes Stadtklima.

Die Begrünung von Hauswänden und -dächern, die Freihaltung von Flächen vor Versiegelung, große Grünflächen zwischen den Wohnkomplexen und die Beschattung von Straßen sind weitere Elemente, die einer Überhitzung der Stadt entgegenwirken und für die wir uns einsetzen.

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Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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