27.06.2013 Lichtenberger Nebenroutennetz im Bezirk erarbeiten

Drucksache DS/0796/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht die Bürger_innen Lichtenbergs in die Erarbeitung der Nebenrouten, die ein Bestandteil des übergeordneten Berliner Fahrradroutennetzes sein werden, mit einzubeziehen. Dabei sollte entsprechend des Punktes 3.1.3 der Berliner Radverkehrsstrategie (Kombination von Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln) schwerpunktmäßig auf die Anbindung der ausgewählten Routen an den ÖPNV geachtet werden.

Darüber hinaus wird das Bezirksamt ersucht sich beim Senat von Berlin dafür einzusetzen, dass das Nebenroutennetz nicht, wie in der Radverkehrsstrategie unter Punkt 3.1.6 festgelegt, bereits im Jahr 2013 festgelegt wird, sondern bis zum Juni 2014.

Begründung:
Im Frühjahr dieses Jahres wurde die neue Berliner Radverkehrsstrategie erarbeitet. Darin wird begründet, weshalb die Förderung des Radverkehrs auch in Berlin sinnvoll und erstrebenswert ist. Des weiteren werden Ziele und Leitlinien der Radverkehrsplanung sowie Handlungsfelder und Maßnahmenbereiche dargestellt. So wird unter Punkt 3.1.3 auch auf die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit der Verknüpfung des Fahrradfahrens mit dem öffentlichen Personennahverkehr verwiesen. Diesem strategischen Ziel werden allerdings einige im Internet veröffentlichte Vorschläge des Senats nicht gerecht.

So sind beispielsweise die vorgeschlagenen Nebenrouten in Karlshorst nur unter dem Gesichtspunkt nachvollziehbar, dass man auf diesen Routen bequem Berlin erkunden kann – als Freizeitvergnügen und für Tourist_innen sicherlich recht attraktiv. Sie werden jedoch im Alltag der Bürger_innen Lichtenbergs keine so große Rolle spielen, da solche täglichen Verrichtungen wie Einkaufen, Ärzt_innenbesuche, Wege von und zur Kita, von und zur Arbeit etc. zum großen Teil andere Quell- und Zielorte haben und das Nebenstreckennetz bestenfalls mal partiell dafür genutzt werden kann.
Zu finden unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/mobil/fahrrad/radrouten/download/uebergeordnetes_fahrradroutennetz.pdf.
Da die Bürger_innen vor Ort am besten einschätzen können, welche Routen für sie wichtig sind, sollen geeignete Möglichkeiten gesucht werden, sie in die Erarbeitung der Vorschläge einzubeziehen. Das sollte in Abstimmung und unter Beteiligung des Mobilitätsrates, des ADFC sowie der Stadtteilzentren, Kiezbeiräte und Bürgervereine geschehen. Eine solche Arbeitsweise ist umso wichtiger, als das Bezirksamt Lichtenberg auf die Kleine Anfrage Bezirkliche Nebenrouten zum Radwegenetz (DS0248/VII) erklärt hat, dass der Bezirk dafür weder finanzielle noch personelle Mittel verfügbar hat.

Die Verschiebung des Termins für die Festlegung der Nebenrouten bis zum Juni 2014 wird vorgeschlagen, weil die Berliner Radverkehrsstrategie erst im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht wurde und der Bezirk ausreichende Zeit für die Beschäftigung mit dem Thema benötigt.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5458

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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