27.06.2013 Endometriosefrüherkennung fördern

Drucksache DS/0791/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht durch geeignete Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit die Endometriosefrüherkennung zu fördern und damit vielen Frauen langjähriges Leid und möglicherweise auch Kinderlosigkeit zu ersparen. Denkbar wären:

•    Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter_innen des Bezirksamts
•    ein Bericht in der Bezirkszeitung
•    das Wecken des Interesses von Schulleiter_innen, sich dieses Themas anzunehmen
•    Veranstaltungen in Migrant_innenvereinen.

Begründung:
Eine solche Öffentlichkeitsarbeit durch das Bezirksamt könnte die Arbeit der bislang immer noch weitgehend auf Selbsthilfe angewiesenen Endometrioese-Vereinigung unterstützen, die folgende Schwerpunkte sieht:
•    Mehr Kenntnis und Verständnis über Endometriose und ihre gesundheitlichen und sozialen Folgen für die betroffenen Frauen und deren Angehörigen
•    Einflussnahme auf gesundheits- und sozialpolitische Entwicklungen
•    Kooperation mit allen, die Entscheidungen für Endometriose-Erkrankte treffen, insbesondere Krankenkassen, Ärzt_innen, Rentenversicherungsträgern, Behörden, Politiker_innen, Verbände (z. B. Ärzt_innen, Therapeut_innen, Arbeitgeber_innen).

Was ist Endometriose?
Endometriose ist eine chronische, aber gutartige Erkrankung von Frauen. Gewebe, ähnlich dem der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), tritt dabei im Unterleib auf und siedelt sich dort an den Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder dem Bauchfell an. In seltenen Fällen sind auch andere Organe betroffen, wie z. B. die Lunge. In den meisten Fällen werden diese Endometrioseherde von den Hormonen des Monatszyklus beeinflusst. So können die Herde zyklisch wachsen und bluten.
Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Ab Eintritt der Regelblutung bis zu den Wechseljahren, aber auch danach, können Frauen von der Krankheit betroffen sein.
Nach Schätzungen leiden etwa 7-15 % aller Frauen im geschlechtsreifen Alter an Endometriose. Das sind in Deutschland etwa 2 – 6 Mio. Frauen. Mehr als 40.000 Frauen erkranken jährlich an Endometriose.
Brustkrebs mit etwa gleich vielen Neuerkrankungen im Jahr oder Diabetes mellitus mit ca. 7 Mio. Erkrankten in Deutschland (Männer und Frauen) kennt im Vergleich zur Endometriose jeder in der Öffentlichkeit. Die Krankheit wird immer noch viel zu wenig beachtet und es vergehen vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung im Mittel 6 Jahre (bei Sterilitätspatientinnen 3 Jahre, bei Schmerzpatientinnen bis zu 10 Jahre!). Da Endometriose eine sehr komplexe Erkrankung ist, können die Symptome und Folgen sehr vielfältig sein. Trotzdem hat sie bislang keine Lobby.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5453

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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