21.03.2013 Anmeldung der Nahverkehrstangente für den Bundesverkehrswegeplan 2015

Drucksache DS/0673/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht bis zum 28. März 2013 den Ausbau der Trasse der sogenannten „Nahverkehrstangente“ auf dem östlichen Berliner Außenring beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2015 anzumelden.

Begründung:
Erstmals sind auch den Berliner Bezirken Anmeldungen für den Bundesverkehrswegeplan möglich. Bei der sogenannten „Nahverkehrstangente“ auf dem östlichen Berliner Außenring handelt es sich um eine direkte, schnelle und umweltfreundliche Verkehrsverbindung auf der Schiene, die von Oranienburg im Norden über das Karower Kreuz, Springpfuhl, Biesdorf Süd, Wuhlheide im Osten bis zum BER im Süden Berlins verlaufen könnte – sh. Abbildung. Die Nahverkehrstangente ist im Stadtentwicklungsplan Verkehr als Langfristprojekt vorgesehen, steht aber nicht auf der Anmeldungsliste des Senats für die Aufstellung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2015, der bis zum Jahr 2030 gelten wird.

Eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots in den Berliner Ost-Bezirken ist dringend notwendig, da es bisher keine schnelle Nord-Süd-Verbindung zwischen Pankow, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick gibt. Das  bedeutet, dass die Ostbezirke durch eine Nahverkehrstangente mit Start in Oranienburg und entlang der Haltepunkte Karower Kreuz – Springpfuhl – Grünauer Kreuz zum Flughafen BER bedeutend besser miteinander verbunden würden.

Eine besondere Bedeutung hat die Strecke für die Anbindung des Flughafen BER in Schönefeld sowohl mit den Berliner Ostbezirken, als auch mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Polen. Mit der Nahverkehrstangente werden in Teilbereichen, insbesondere an der Köpenicker Straße, Verkehrsentlastungen prognostiziert.

Planerisch bestehen bereits sehr gute Voraussetzungen für die Aufnahme der Nahverkehrstangente in den Bundesverkehrswegeplan, da sich bereits seit Jahren Verkehrsplaner unterschiedlichster Institutionen damit beschäftigen. Ein Projekt der TU Berlin beispielsweise untersuchte drei Ausbauvarianten: eine Gleichstrom-, eine Wechselstrom- und eine Mischtraktations-Variante, die unterschiedlich hohe Investitionen in die Infrastruktur zur Folge hätten. Zu Grunde gelegt wurde eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Bei der betrieblich am einfachsten realisierbaren Variante sind Gleise auf einer Länge von über 30 km zwischen Karower Kreuz und Bhf. Grünau neu zu errichten, bei der Wechselstromvariante und der Mischbetriebsvariante könnte auf weiten Strecken auf den Bestand zurückgegriffen werden. Hier müssten nur punktuell Gleisverschwenkungen oder die Errichtung zusätzlicher Infrastruktur zur Erhöhung der Fahrplanstabilität oder der Einbindung der neu zu errichtenden Stationen vorgenommen werden.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5335

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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