2. Lichtenbergs Zukunft: Kinder, Jugend und Familien

Wir wollen uns nicht auf dem Zertifikat „Kinder- und familiengerechte Kommune“ ausruhen, sondern Familienfreundlichkeit im Alltag praktisch umsetzen.

Wir machen das: Jedem Kind ein guter Kitaplatz

Lichtenberg wächst und das ist sehr erfreulich! Wir brauchen aber auch in den kommenden Jahren viele neue Kitaplätze. Auch Kitas werden durch unterschiedliche Träger betrieben (Träger der freien Jugendhilfe, Eigenbetrieb, Privatunternehmen). Wir werden uns dafür einsetzen, dass bei größeren Neubauvorhaben über sogenannte städtebauliche Verträge der gleichzeitige Neubau von Kitas vereinbart wird. Wir wollen aber auch, dass der Eigenbetrieb Kindergärten NordOst weitere Kitas im Bezirk baut bzw. betreibt.

Auch bei Kitas gilt: Wir machen Alternativen möglich

Wir haben bereits für eine Verbesserung des Personalschlüssels, der Versorgung mit Plätzen und eine Ausdehnung der Regel-Kitazeit gearbeitet. Wir wollen, dass auch Elterninitiativen, kleinere Kinderläden und Betreuungseinrichtungen mit besonderen pädagogischen Konzepten Entwicklungsmöglichkeiten und vor allem Zugang zu bezahlbaren Räumlichkeiten erhalten.

Nicht nur zu Hause, auch in der Kita erlernen Kinder die Grundlagen ihrer Ernährung. Wir wollen, dass das Essen in der Kita möglichst frisch zubereitet wird und vorzugsweise regionale, saisonale und ökologische Lebensmittel verwendet werden. Wann immer es möglich ist, sollten Speisen (mit den Kindern) vor Ort zubereitet werden und Kinder das Zubereiten von Mahlzeiten miterleben dürfen.

Eltern reden mit!

Keine Kita ohne Eltern! Viele Kitas sind bereits gut vernetzt und arbeiten intensiv mit den Eltern zusammen. Wir wollen, dass Eltern im gesamten Kitabereich stark beteiligt werden. Sie sollen vom Kita-Träger, aber auch vom Bezirk bei Fragen einbezogen und zu Kritik ermutigt werden.

Im Bezirk wollen wir die Kooperation zwischen den Beteiligten (Kitas, Träger, Familien, Politik) weiter stärken. Wir wollen eine Grundhaltung des sozialen Miteinander im Bezirk fördern: schon in der Kita lernen Kinder einen respektvollen sozialen Umgang, wobei idealerweise erst gar keine Barrieren aufgebaut werden.

Ob eine neue Kita noch in 50 Jahren (aktuell erforderliche Nutzungsdauer für ein Kitagebäude) zu diesem Zweck gebraucht wird, kann niemand zuverlässig vorhersagen. Wir wollen daher auch innovative, leichte und umweltfreundliche Bauweise für Kitas in unserem Bezirk.

Wir unterstützen Träger, die auf eigene Initiative außerhalb der Öffnungszeiten ihre Kita zu einem offenen Raum für den Kiez machen wollen, um das gute Zusammenleben aller Nachbar*innen zu fördern.

Hervorragende Arbeit muss anerkannt werden: Gute Bezahlung für Erzieher*innen

Für uns hat die Qualität der Kita-Angebote klar Vorrang, denn nur so haben die Eltern eine echte Wahl. Zur Qualität gehört für uns nicht nur die Ausstattung der Kita und der pädagogische Schwerpunkt, sondern auch die gute Bezahlung der Erzieher*innen und mehr gesellschaftliche Anerkennung für diesen Beruf. Wir stehen auf Seiten der Erzieher*innen und wollen mit unserer Fraktion im Abgeordnetenhaus zusammenarbeiten, damit auf eine bessere Bezahlung von Menschen mit so wichtigen Aufgaben wie Erziehung und auch Sozialarbeit hingewirkt wird.

Lernen, um einander zu verstehen

Wir wollen, dass alle Erzieher*innen in unserem Bezirk von ihren Arbeitgeber*innen gefördert werden und sich weiterbilden können. Wir achten besonders darauf, dass es Möglichkeiten und Angebote für Erzieher*innen gibt, sich insbesondere zu den Themen interkulturelle Kompetenz, Inklusion, Vielfalt (Diversity) und Geschlechtergerechtigkeit (Gender) weiterzuqualifizieren.

Nicht für alle Eltern ist Deutsch die Muttersprache. Die Erzieher*innen können aber umso besser mit den Kindern arbeiten, je besser sie die Eltern verstehen. Insbesondere Eltern haben einen Anspruch auf Alphabetisierungs- und Deutschkurse. Die Mitarbeiter*innen in Kitas sollen in ihrem Interesse an anderen Sprachen unterstützt und gefördert werden, gleichzeitig brauchen Kitas verstärkt Erzieher*innen, die durch ihren eigenen familiären Hintergrund verschiedene Kultur- und Sprachkenntnisse mitbringen.

Treffpunkte und Freiräume für Jugendliche

Jugendfreizeiteinrichtungen, Jugendcafés und -clubs bieten die sog. (offene) Jugendarbeit an. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass diese Einrichtungen im Bezirk finanziell besser ausgestattet werden und dass sie bei Bedarf auch Angebote der Jugendsozialarbeit und Familienförderung anbieten können. Trotz des Personalabbaus haben wir uns dafür eingesetzt, dass die kommunalen Jugendfreizeiteinrichtungen erhalten bleiben.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass sich die Jugendarbeit im Bezirk weiterhin an den Bedarfen der Kinder- und Jugendlichen orientiert und auch ermutigt wird, neue und innovative Angebote anzubieten. Auch hier gilt: unser Ziel ist, alle Angebote inklusiv zu gestalten, um keine Kinder oder Jugendliche auszuschließen. Das betrifft auch alle Kinderspielplätze im Bezirk: wir werden uns dafür einsetzen, dass sie alle zumindest barrierearm zugänglich sein werden.

Inklusive Abenteuerspielplätze – ein grüner Erfolg mit Zukunft!

Zwei inklusive Abenteuerspielplätze sind im Bezirk durch uns entstanden und wir wollen mehr solcher Angebote schaffen. Dazu gehören Naturerfahrungsräume für Kinder und Jugendliche, aber auch mehr Freiräume, in denen Kinder und Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf lassen und die Räume selber gestalten können.

Fachkräfte unterstützen

An den Orten wo sich Kinder und Jugendliche aufhalten muss Jugendarbeit erfolgen. Wir setzen uns dafür ein Mittel für Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit an Schulen bereitzustellen. Mitarbeiter*innen der Jugendfreizeiteinrichtungen müssen gut bezahlt werden und einen unkomplizierten Zugang zu verschiedenen Fortbildungsangeboten erhalten. (Sozial-) Pädagog*innen und Erzieher*innen mit Migrationshintergrund sollen besonders gefördert und ausgebildet werden. Freiwilliges ehrenamtliches Engagement im Bereich der Jugendarbeit soll unterstützt werden.

Sichere Räume für Mädchen und LSBTTIQ*-Jugendliche

Wir unterstützen ausdrücklich die Initiative „Jugendfreizeiteinrichtungen ohne Diskriminierung“ der Mitarbeiter*innen der Lichtenberger Jugendfreizeiteinrichtungen und werden die Einrichtungen darin unterstützen, entschlossen gegen jegliche Form von Diskriminierung vorzugehen.

Wir wollen die speziellen Angebote für Mädchen, wie beispielsweise Mädchensporttreffpunkte als sichere Räume, im Bezirk erhalten und Mädchenarbeit im Bezirk fördern.

Es ist unser Ziel, dass wir die Angebotsstunden für LSBTTIQ*-Jugendliche in den Jugendfreizeiteinrichtungen im Bezirk ausweiten. Wir wollen eigene Jugendfreizeiteinrichtungen als Schutzräume für LSBTTIQ*-Jugendliche fördern. Das Outing ist auch heute für viele Jugendliche oft eine einschneidende Lebenserfahrung. Es ist daher umso wichtiger, dass sie im Bezirk Orte haben, an denen sie durch Fachkräfte bei ihrer Entwicklung unterstützt werden und mit Gleichaltrigen im Austausch sind.

Familien haben einen Anspruch auf Hilfe von Anfang an

Wir wollen die Familienzentren und Angebote der Familienförderung insbesondere für junge Eltern im Bezirk stärken.

Familienhebammen spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Unterstützung und Beratung von Eltern, insbesondere junger und alleinerziehender Eltern. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass das Modell der Familienhebammen in unserem Bezirk sicher finanziert und mit anderen (Jugendhilfe-) Angeboten vernetzt wird.

Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, mehr Lichtenberger Familien als Pflegefamilien zu gewinnen. Eine Pflegefamilie ersetzt nicht die eigene Familie. Sie ist aber oft eine bessere Lösung für das Wohl eines Kindes/Jugendliche*n als eine stationäre Unterbringung. Wir wollen beispielsweise Infoveranstaltungen, Kennlernprogramme und Mentoring unterstützen, um auch ausdrücklich Pflegefamilien für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge zu gewinnen, so dass diesen jungen Menschen das Ankommen in unserer Gesellschaft erleichtert wird.

Wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich der gesetzliche Anspruch auf Hilfen zur Erziehung an den Bedarfen der Familien orientiert. Wir unterstützen die Verwaltung des Jugendamtes bei der fachlichen Steuerung der Angebote und die Träger bei optimaler Leistungserbringung im Interesse der Kinder und Jugendlichen. Wir wollen, dass die Träger dafür Sorge tragen, dass die Mitarbeiter*innen sich weiterbilden können und auch die Möglichkeit der Supervisionen und Coachings bedarfsorientiert in Anspruch nehmen können.

Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen Lösungen finden

Wir stehen zum fachlichen Ansatz der Sozialraumorientierung, bei dem es darum geht, alle vorhandenen Ressourcen im Lebensraum (Wohnumkreis, Kiez, Stadtteil) zu aktivieren und die Angebote optimal aufeinander abzustimmen. Immer mit dem Ziel, Jugendhilfebedarfe erst gar nicht entstehen zu lassen. Bei vorhandenen Bedarfen gilt es, die Maßnahmen unter Einbeziehung des Willens der Kinder, Jugendlichen und Familien zu entwickeln.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Kinder- und Jugendhilfeangebote im Bezirk so gestaltet werden, dass sie für alle jungen Menschen zugänglich sind. Es gilt, alle Angebote inklusiv (also ohne Ausschluss, z.B. aufgrund einer Behinderung) zu gestalten.

Trägervielfalt ist uns wichtig

Kinder- und Jugendhilfeangebote werden durch den Bezirk finanziert und durch verschiedene Träger der freien Jugendhilfe erbracht. Diese gemischte Leistungserbringung wird als Trägervielfalt bezeichnet. Wir wollen sowohl mit kommunalen als auch freien Trägern im Bezirk zusammenarbeiten, die Trägervielfalt im Bezirk erhalten und weiter ausbauen, um Angebote für Kinder und Jugendliche zu erhalten und noch attraktiver zu gestalten.

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Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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