19.06.2014 Essbarer Bezirk Lichtenberg

Drucksache DS/1213/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht gemeinsam mit der BVV, Fachverbänden, Initiativen und der interessierten Öffentlichkeit zu erörtern, ob und wie für den Bezirk ein Konzept der „essbaren Landschaft“ entwickelt werden kann. Dahinter steckt die Idee, sich bei Neupflanzungen von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen bewusst für essbare Arten, wie z. B. Obstbäume und Beerensträucher, zu entscheiden.

Hierfür soll ein öffentlicher Workshop organisiert werden, zu dem Fachleute, Verbände, Initiativen und Bürger_innen eingeladen werden. Folgende Initiativen sollen bspw. in den Prozess einbezogen werden: mundraub.org,  Gartenarbeitsschule Lichtenberg, Grüne Liga Berlin e. V., Workstation Ideenwerkstatt Berlin e. V., Umweltkontaktstelle Lichtenberg, Naturschutzstation Malchow, Lichtenberger Stadtgarten e. V.
Bei der Veranstaltung sollen Erfahrungen aus bereits laufenden Projekten ausgetauscht werden. Weiterhin soll erörtert werden, ob ein solches Projekt in Lichtenberg angestoßen werden kann und was bei der Planung zu beachten ist.

Welche Standorte im Bezirk (Parks, Grünflächen, Straßengrün, Spielplätze, Schulhöfe) kommen für Nutzpflanzen in Betracht? Welche Arten von Nutzpflanzen können wo angebaut werden?
Welche Kosten entstehen dem Bezirk im Vergleich zur herkömmlichen Bepflanzung?
Wie lässt sich Vandalismus verhindern?
Welche Schadstoffbelastung verursacht der Straßenverkehr auf den Pflanzen?
Wie lässt sich hierbei eine breite und angemessene Bürger_innenbeteiligung umsetzen?
Welche Zielkonflikte können beim Anbau der Pflanzen entstehen?

Begründung:
Im Jahr 2010 beschloss die rheinische Stadt Andernach das Projekt „essbare Stadt“ umzusetzen und im öffentlichen Raum Nutzpflanzen anzupflanzen (Informationen: www.andernach.de/de/leben_in_andernach/essbare_stadt.html).
Die guten Erfahrungen mit diesem Projekt haben mittlerweile über 51 Kommunen in Deutschland dazu veranlasst, das Konzept „essbare Stadt“ zu übernehmen, auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat sich 2012 dazu entschlossen.
In diesen Kommunen pflanzen die Verwaltungen statt Zierpflanzen vermehrt essbare Pflanzen, wie Beerensträucher, Obstbäume, Tomaten und Bohnen. Dadurch wird nicht nur die Biodiversität zurück in die Stadt geholt. Die Bürger_innen haben zudem die Möglichkeit Obst und Gemüse kostenlos zu pflücken.
Für Lichtenberg könnte ein ähnliches Projekt nicht nur ökologische und soziale, sondern auch bildungspolitische Funktionen haben. Gerade in der Innenstadt aufwachsende Kinder könnten durch den vermehrten Anbau von Nutzpflanzen ganz neue Dinge kennenlernen. Darüber hinaus hat sich für die Stadt Andernach der Wechsel von Zier- auf Nutzpflanzen als kostengünstigere Alternative herausgestellt. Vielleicht lässt sich auch in unserem Bezirk dadurch Geld einsparen.
Ein solches Projekt muss gut vorbereitet sein. Daher soll zunächst ein von Bezirksamt und BVV gemeinsam organisierter Workshop stattfinden, um Erfahrungen zu sammeln. Neben Fachverbänden und Bürger_innen könnten etwa auch Mitarbeiter_innen aus der Verwaltung in Andernach eingeladen werden, um ihr Projekt vorzustellen.
In einem zweiten Schritt soll aus den Ergebnissen des Workshops ein Konzept zur Umsetzung der Idee des „essbaren Bezirks“ erstellt werden.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5875

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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