18.06.2015 Bessere Information auf den Bezirksamtsseiten über selbstständige und sichere Mobilität von Kindern im Stadtraum

Drucksache DS/1642/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht,
die auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum Download bereit gehaltenen Kinderstadtpläne, in denen das Umfeld bezirklicher Schulen kartographiert ist, auch auf der Bezirksamtsseite, die über die bezirklichen Jugendverkehrsschulen informiert, bereit zu stellen,
die Kinderstadtpläne um vorhandene Schulwegpläne von Schulen im Bezirk zu ergänzen,
Kinder und Grundschulen zu ermutigen, weitere Kinderstadtpläne in Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei zu erarbeiten und
sich dafür einzusetzen, dass das „Projekt Kinderstadtplan Berlin“ fortgeführt wird.
Das Bezirksamt wird des Weiteren ersucht:
auf den Bezirksamtsseiten umfangreicher über das Leistungsspektrum der bezirklichen Jugendverkehrsschule zu informieren.

Begründung:
Laut den Erläuterungen des Kinderstadtplanes Berlins der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, richten sich Schulwegpläne „in erster Linie an die Eltern und sollen diesen aufzeigen, wie ihre Kinder den Schulweg verkehrssicher zurücklegen können. Kinder verunglücken aber überwiegend nachmittags auf ihren Spiel- und Freizeitwegen. Freizeitwege können sehr zahlreiche, zudem kurzfristig und entsprechend der Witterung und Jahreszeit wechselnde Ziele haben. Im Unterschied dazu haben Schulwege einfache definierbare und konstante Routen.
Der Anteil der Schulwegunfälle liegt meist unter 30 %. Kinder gehen oft andere Wege. Sie sind Experten in eigener Sache und wissen am besten über ihre Mobilitätsbedingungen, Wegerouten und Aufenthaltsorte Bescheid. Die üblichen Schulwegpläne greifen im Hinblick auf die Verkehrssicherheit oft zu kurz. Der Kinderstadtplan wird deshalb als (Unterrichts)Projekt von den Kindern selbst mit erarbeitet. Die Kinder erkunden im Rahmen des Projektes das räumliche Umfeld ihrer Schule. Sie besuchen die in ihrer Freizeit interessanten Orte, beschreiben ihre täglichen Wege und „Streifräume“ in ihrem Stadtteil und beschreiben Orte, an denen sie sich sicher fühlen und andere, die ihnen gefahrvoll erscheinen.
Mit einem solchen Kinderstadtplan wird im Unterschied zu einem Schulwegeplan der gesamte Aktionsraum der Kinder erfasst, da neben dem Straßennetz beispielsweise auch das Wegenetz in Grünanlagen betrachtet wurde. Außerdem enthält ein Kinderstadtplan alle wichtigen Zieladressen von Kindern, die für ihre Freizeitgestaltung relevant sind.“1

Aktuell werden Kinderstadtpläne folgender bezirklicher Grundschulen auf den Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bereitgehalten: Paul‑und‑Charlotte‑Kniese‑Schule (Stand: Februar 2014), Kreativitäts‑Grundschule Karlshorst (Stand: Februar 2015), Matibi‑Schule (Stand: Dezember 2011) und Martin‑Niemöller‑Grundschule (Stand: Februar 2014).

Ein Vergleich der Internetseiten der Jugendverkehrsschulen der Bezirksämter Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf zeigt, wie unterschiedlich detailliert das Leistungsangebot präsentiert werden kann.2 Damit ein Angebot nachgefragt und genutzt wird, sollte es bekannt sein und ansprechend beworben werden.

http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/politik_planung/erziehung/de/kinderstadtplan.shtml

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6303

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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