Landschaftsschutzgebiet Rummelsburger See – Alles wird (vielleicht) gut!

Im August 2013 endete die Dialogveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen zum BVV-Antrag „Der Rummelsburger See wird Landschaftsschutzgebiet“ in der Kita Waschbär im Streit zwischen den Interessensgruppen und dem Vorschlag der grünen Fraktion Lichtenberg.

Bezirksstadtrat Nünthel hat den Antrag umgesetzt und den Runden Tisch „Rummelsburger See“ für den Bezirk Lichtenberg ins Leben gerufen. Der Auftakt war schwierig, da als Vertreter nur die bekannten Akteure Bootsvereine, Naturschutzvertreter_innen und Gewerbetreibende am Wasser eingeladen waren und keiner die Allgemeinheit der erholungssuchenden Wassersportler_innen des Einzugsgebietes vertrat. Entsprechend eindimensional war das Konzept: Naturschutzgürtel unterbrochen von Steganlagen und Spundwänden. Der Erholungssuchende darf mal auf den See gucken, drauf kommt er aber nur, wenn er dafür zahlt. Dieser Mangel an Vertretung aller vorhandenen Interessen führte noch in der ersten Sitzung des Runden Tisches zur Gründung der „IG Erholungssee Rummelsburg – nichtmotorisierte Wassersport und Naturfreunde“, die sich in mehreren Workshops und Veranstaltungen erfolgreich in die Konzeptionierung des See- und Uferkonzeptes einbrachte.

Im Juni 2016 war es dann endlich soweit. Die beauftragten Entwicklungsbüros präsentierten das von Bündnis 90/Die Grünen angestoßene neue See- und Uferkonzept. Das Konzept kann sich wirklich sehen lassen und stellt für alle Interessensgruppen Lösungen bereit. Der Bootsclub bekommt eine Stegerweiterung um u.a. Segelkurse für Schülerinnen und Schüler anzubieten. Der Zugang zum Wasser soll über Treppen und Schwimmstege im nördlichen Bereich des Sees ermöglicht werden. Die Gewerbetreibenden dürfen sich südlich der Spundwand austoben. Dazwischen bleibt der Natur- und Schilfgürtel erhalten, der noch besser geschützt werden soll. Abgerundet wird das Konzept durch die Empfehlung, den großen Schiffsverkehrs im See einzuschränken, um die Aufwirbelung von giftigen Sedimenten zu vermeiden. Die Vertreter_innen des Runden Tisches waren sich am 8. Juni einig, dass der Runde Tisch Rummelsburg ein sehr gelungenes Beispiel für eine aktive Bürgerbeteiligung ist und haben das Konzept zur Beschlussfassung in der Bezirksverordnetenversammlung empfohlen. Erfolg findet Nachahmende, so dass mittlerweile auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ein See- und Uferkonzept beauftragt hat.

Auch nach einem Beschluss in der BVV handelt es sich aber bisher nur um ein gutes Konzept. Ob und wann dieses Konzept umgesetzt wird, hängt bei den uferseitigen Themen stark an der Lösung der Finanzierungsfragen im Bezirk und bei den wasserseitigen Themen am Gestaltungswillen der Wasserbehörde beim Senat und dem „Noch-Eigentümer“, dem Bund. Da müssen wir jetzt dranbleiben.

Was unseren Bezirk angeht, empfehlen wir die Finanzierung der uferseitigen Anlagen den Investor_innen im Rahmen der laufenden Baugenehmigungsverfahren aufzuerlegen. Diese profitieren stark von einer attraktiven See- und Ufergestaltung. Den Gestaltungswillen bei Senat und Bund sollen entsprechende Forderungen in den Wahlprogrammen fördern.

Ich hoffe, dass ich es noch erleben darf, wenn unbedenkliches Baden im Rummelsburger See wieder möglich wird.

Mark Schuler,
BVV-Listenkandidat, Platz 8

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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