15.11.2012 Lichtverschmutzung durch Gebäude vorbeugen

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht die Bauherr_innen, die vorhandene Wohn-, Büro- und Gewerbebauten sanieren oder derartige Gebäude neu errichten wollen, im Zuge des Genehmigungsverfahrens für diese Baumaßnahmen dafür zu gewinnen, bereits bei der Planung die statischen und sonstigen baulichen Bedingungen zu berücksichtigen, die zur Installation geeigneter Vorrichtungen benötigt werden, mit denen die Lichtabgabe an die Außenwelt zumindest stark vermindert werden kann, um einer Lichtverschmutzung vorzubeugen.

 

Begründung:

Seit einigen Jahren erfreuen sich großflächige Fenster sowohl bei sanierten Alt- als auch bei Neubauten großer Beliebtheit. Diese weisen zum Schutz vor übermäßiger Wärmeabgabe mindestens den der jeweils gültigen Energieeinsparverordnung entsprechenden Wärmeleitwert auf, an die durch diese großen Fenster verursachte Lichtverschmutzung wird jedoch nicht ausreichend gedacht. Wie die Praxis zeigt, kennen auch viele Architekt_innen dieses Problem nicht und berücksichtigen es deshalb nicht.

Je nach Lebensgewohnheit strahlen dann diese Gebäude durch die Fenster während der dunklen Jahreszeit täglich über viele Stunden helles Licht ab. Das nachträgliche Bemühen um dementsprechende Verminderungsmaßnahmen muss bei großflächigen Fenstern scheitern, da die statischen und sonstigen baulichen Voraussetzungen nicht vorhanden sind und auch oftmals nicht im Nachhinein geschaffen werden können.

Die daraus folgende Lichtverschmutzung beeinträchtigt den Biorhythmus von Mensch, Tier und Pflanze, führt also zu vermeidbarem Stress. Deshalb spricht man von Lichtverschmutzung. Werden Nachbar_innen dadurch beeinträchtigt, führt das mitunter zu Konflikten in der Nachbarschaft, bei dem die langjährig Wohnenden aufgefordert werden sich Vorhänge anzuschaffen. Die Pflanzen altern vorzeitig, was dann insbesondere für Bäume ungünstig werden könnte. Tiere werden in ihrer Orientierung durcheinander gebracht. So fliegen zum Beispiel nachts Insekten zur Lichtquelle und versuchen diese so lange zu erreichen, bis sie erschöpft zu Boden fallen. Diese Insekten fehlen als Nahrungsgrundlage zum Beispiel für Singvögel. Diese Reaktionskette könnte ein_e darauf spezialisierte_r Biolog_in fortsetzen.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5154

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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