15.10.2015 Kreativität im Gebiet Herzbergstraße dauerhaft sichern

Drucksache DS/1753/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht sich dafür einzusetzen, dass im Gewerbegebiet Herzbergstraße die rechtlichen Rahmenbindungen geschaffen werden, damit Künstler_innen und Kreativwirtschaft dort Produzieren und Ausstellen können.

Dafür soll

– das Bezirksamt mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass auch nicht-produzierende Tätigkeiten in diesem Gebiet erlaubt werden;

– das Bezirksamt diese Gesichtspunkte als Bedingungen als Vorgaben für Konzepte und B-Pläne mit aufnehmen.

 

Begründung:

Erfreulicherweise haben sich im Gebiet Herzbergstraße neben Industrie und Gewerbe auch Künstler_innen und die Kreativwirtschaft angesiedelt. Dadurch wird nicht nur der hohe Leerstand in den dortigen Gebäuden[1] verringert, sondern es entsteht eine spannende Mischung aus Industrie, Gewerbe, Kreativwirtschaft und Künstler_innen unterschiedlicher Art, die sich durch ihre unterschiedlichen Tätigkeiten gegenseitig befruchten und ergänzen. Durch die starken Verdrängungstendenzen in den anderen Berliner Stadtteilen zieht es immer mehr Künstler_innen und Kreative in das Gebiet Herzbergstraße. Die ehemalige Margarinefabrik Berolina beherbergt bspw. aktuell ca. 200 Künstlerateliers. Das stadtentwicklungspolitische Festival „Make City“ beschied den Projekten im Gebiet Herzbergstraße „Modellcharakter für eine Stadt wie Berlin“[2].

Das Gebiet ist Bestandteil des Entwicklungskonzepts für den produktionsgeprägten Bereich (EpB) des StEP Industrie und Gewerbe, welches ausschließlich die Ansiedlung von produzierender Industrie und Gewerbe vorsieht. Durch diese Festlegung sind nicht-produzierende Nutzungen in diesem Gebiet weitestgehend ausgeschlossen, Ausstellungen, Veranstaltungen etc. werden vom Bezirksamt nur geduldet. Künstler_innen und Kreative sind aber darauf angewiesen, dass sie ihre Arbeiten regelmäßig der Öffentlichkeit präsentieren können. Ausstellungen und Veranstaltungen ermöglichen nicht nur einen wichtigen kommunikativen Austausch mit den anderen Gewerben im Gebiet, sondern erhöhen gleichzeitig die Attraktivität und bereichern den Bezirk. Es sollen daher die verfügbaren Möglichkeiten ergriffen werden, um diese Szene zu stärken und langfristig am Standort zu erhalten.

[1]              vgl. StEP Industrie und Gewerbe, S.109

[2]              http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/kuenstlerateliers-in-lichtenberg-der-reiz-des-rauen

/11972156.html

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6414

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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