15.06.2017 Bericht über die Ausbildung von Fachkräften im Bezirksamt

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht der Bezirksverordnetenversammlung einen jährlichen Bericht über die Ausbildung von Fachkräften im Bezirksamt vorzulegen, z. B. als Anlage zum Jahresbericht des Bezirksamts.

In dem Bericht möge das Bezirksamt u. a. dokumentieren:

  • die Anzahl der Auszubildenden pro Jahrgang und Ausbildungsberuf
  • die Anzahl der Ausbildenden für die angebotenen Ausbildungsberufe im Bezirksamt
  • den auf freiwilligen Angaben beruhenden Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund pro Jahrgang
  • die Bemühungen des Bezirksamts zur Förderung der Attraktivität einer Ausbildung im Bezirksamt, insbesondere für Auszubildende mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderungen
  • den Anteil der vom Bezirksamt ausgeschöpften Ausbildungsmittel für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst
  • die Bemühungen des Bezirksamts um eine gendergerechte Ausschöpfung der Ausbildungsmittel pro Ausbildungsberuf
  • den Anteil der nach Ausbildungsabschluss in befristete Beschäftigungsverhältnisse in der Bezirksverwaltung übernommenen Absolvent*innen
  • den Anteil der nach Ausbildungsabschluss in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse in der Bezirksverwaltung übernommenen Absolvent*innen
  • die Anzahl der im Bezirksamt absolvierten Praktika und Referendariate.

 

Begründung:

Es spricht viel dafür, den Anteil der Auszubildenden in der Bezirksverwaltung zu erhöhen und damit auf die Zuwanderung in den Bezirk, Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur des Bezirks und die Altersstruktur der Verwaltungsmitarbeitenden zu reagieren. Zudem bietet die Ausbildung dem Bezirksamt eine Möglichkeit, die Vielfalt der Einwohnerschaft in der Verwaltung zu spiegeln. Um die Bemühungen des Bezirksamts, Fachkräfte auszubilden, zu wertschätzen, braucht es jedoch Informationen.

Der Jahresbericht des Bezirksamts enthält nur einige der ersuchten Informationen, was ein umfassendes Bild über die Aktivitäten des Bezirksamts zur Ausbildung von Fachkräften verhindert. Dieses Manko soll ein eigenständiger Bericht zur Ausbildung von Fachkräften im Bezirksamt beheben. So fehlen im Jahresbericht u. a. Angaben zur Ausschöpfung der Ausbildungsmittel und zu den Bemühungen um Vielfalt in der Verwaltung im Hinblick auf soziale Geschlechterrollen und Migrationshintergrund.

Zur Verdeutlichung: Nach Angaben im Personalmanagementbericht 2015/16 der Senatsverwaltung für Inneres und Sport sank der Anteil der Auszubildenden mit Migrationshintergrund in Lichtenberg von 2006 bis 2015 von ca. 25 Prozent auf nur noch 5 Prozent (vgl. DS 18/0261/VIII vom 29.03.17, S. 27).

Landesseitig zur Verfügung gestellte Ausbildungsmittel für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst wurden vom Bezirksamt Lichtenberg 2016 nur zu 65 Prozent ausgeschöpft: 763.200 Euro ausgeschöpfte Mittel zu angesetzten 1.166.000 Euro (vgl. Rote Nummer 0353 vom 28.03.17, S. 2).

Von 65 Auszubildenden waren 44 weiblich (vgl. Anlage 1a zu Rote Nummer 0353, Ausbildung nach Dienststellen und Status). Das entspricht einem Anteil von 68 Prozent. In den Bezirksverwaltungen arbeiten bereits heute überdurchschnittlich viele Frauen (vgl. DS 18/0261 vom 29.03.17, S. 23). Durch das unausgewogene Geschlechterverhältnis unter den Auszubildenden wird die Unterrepräsentanz von Männern in der Verwaltung fortgeschrieben.

Die Erfolge des Bezirksamts bei der Ausbildung von Fachkräften sollten daher durch jährliche, prägnante Berichte beobachtet werden.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7060

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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