15.05.2014 Streuobstwiesen unter Schutz stellen

Drucksache DS/1198/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht sich bei der zuständigen Senatsverwaltung dafür einzusetzen, die auf Berliner Gebiet befindlichen Streuobstwiesen-Biotope unter Schutz zu stellen und die dafür erforderlichen gesetzlichen Grundlagen im Berliner Naturschutzgesetz zu schaffen.

Begründung:
Alte Obstbäume auf Streuobstwiesen sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette vieler Tierarten. Der Bestand an Streuobstwiesen wurde jedoch in den letzten Jahrzehnten durch zu geringe Pflege sowie Umnutzungen stark verringert.
Das Land Berlin ist im Besitz von alten Streuobstbeständen. Dem Schutz solcher Bestände durch naturgerechte Bewirtschaftung sowohl der Bäume als auch des Bodens darunter dient zum Beispiel das Projekt Streuobst von Naturschutz Berlin-Malchow.
Anlass für diesen Antrag ist der Grünspecht, der wegen seines gellenden Lachens auch als „Lachvogel“ bezeichnet wird. Er findet überall dort ein Zuhause, wo es alte Bäume zum Bau von Nisthöhlen und Grünland mit ausreichend Ameisen als Futter gibt. Dazu gehören auch Streuobstwiesen.
Der Grünspecht wurde zum Vogel das Jahres 2014 gewählt, weil die Verbände damit auf das Thema Streuobstwiesen als Lebensraum aufmerksam machen sowie Aktivitäten zum Schutz bestehender sowie zum Anlegen neuer Streuobstwiesen initiieren wollen.
In §28 Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege von Berlin (NatSchGBln) vom 09. Juni 2013, werden Streuobstwiesen nicht erwähnt, während sie durch das Brandenburgische Naturschutzausführungsgesetz (BbgNatSchAG) vom 21. Januar 2013 als Biotope ausdrücklich unter Schutz gestellt werden, vgl. §18 Abs.1.Alt.3.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5860

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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