13.12.2012 Gleisbetten in der Hauptstraße/Köpenicker Chaussee begrünen

Die Bezirksverordnetenversammlung möge beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die mit Schotter verfüllten Gleisbetten der Straßenbahn in der Hauptstraße/Köpenicker Chaussee zwischen Blockdammweg und Schlichtallee aus Gründen des Lärm- und des Klimaschutzes sowie der Kostenminimierung für die Pflege mit dafür geeigneten niederwüchsigen Pflanzen begrünt werden. Dabei sind für jeden Abschnitt zwischen zwei Querungen die Varianten Rasen, Sedumarten (Dickblattgewächse) oder die bei der Begrünung von Dächern verwendeten Pflanzenmischungen zu prüfen.

 

Begründung:

Aus Gründen des Gesundheits- (Lärm-) und Klimaschutzes werden Gleisbetten von Straßenbahnen bei gesonderter Trassenführung innerhalb von Städten möglichst mit Bodendeckern bepflanzt. Üblicherweise werden dafür spezielle Grassorten verwendet. Wie sich herausstellte, sind diese jedoch gegenüber starken Witterungsschwankungen und insbesondere langen Trockenperioden auf Grund ihrer geringen Speicherfähigkeit für Wasser anfällig. Da die für ihre Erhaltung notwendigen Wassermengen nicht realisiert werden können, benötigen sie je nach Zeitpunkt, Menge und Dauer von Niederschlägen unterschiedliche lange Zeiträume für ihre Regeneration. Ihre Wirksamkeit für Klima und Lärmschutz ist aus diesen Gründen mitunter recht eingeschränkt.

In einigen deutschen Städten wurden deshalb anstelle von Rasensorten speziell für diesen Zweck gezüchtete Sedumarten (Dickblattgewächse) verwendet. Durch ihre gegenüber Wasser größere Fähigkeit, Wasser zu speichern, werden Trockenperioden ohne Probleme überstanden, ihre Wirksamkeit für Klima und Gesundheit nicht wesentlich beeinträchtigt. Die bei der Pflanzung höheren Kosten werden durch ihre dargestellten günstigen Eigenschaften innerhalb weniger Jahre aufgewogen, da Nachpflanzungen so gut wie nicht erforderlich sind, sondern sich die Pflanzen schnell wieder regenerieren.

Die den Antragsteller_innen verfügbaren Aussagen darüber, welche Pflanzen sich am besten für welchen Standort eignen, widersprechen sich, weshalb hier ausdrücklich auf eine Begutachtung jedes einzelnen Abschnitts zwischen zwei Querungen auf der gesamten Strecke verwiesen wird, da die Verschattung im Laufe des Tages unterschiedlich ist.

Bei gleichguter Eignung von Rasen, Sedum oder anderen Pflanzenmischungen wären solche Pflanzen zu bevorzugen, die Blüten ansetzen und eine große Farbenvielfalt aufweisen – bei Sedumarten bewegt sich das zwischen gelb, orange, grün, rost- und weinrot. Neben einem optisch reizvollen Effekt würden ihre Blüten Insekten anlocken und damit den Kreislauf der Stadtnatur bereichern

Der Abschnitt der Lichtenberger Hauptstraße zwischen Blockdammweg und Schlichtallee wurde deshalb gewählt, weil die Gleisanlagen der Straßenbahn dort in einem gesonderten Bett liegen und außer bei den Querungsstellen nicht von anderen Fahrzeugen befahren werden können. Auch Fußgänger_innen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nur an den Querungen zu erwarten, da der Abschnitt der Hauptstraße zwischen Blockdammweg und Hildegard-Mascusson-Straße fast ausschließlich durch Industriegelände führt und sich die Zufahrten zu den Betriebsgeländen auf der Höhe der für Kraftfahrzeuge geeigneten Querungen des Gleiskörpers befinden. Auch die Haltestellen der Straßenbahn befinden sich deshalb an diesen Querungsstellen.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=5197

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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