13.07.2017 Schallschluckender und schadstoffreduzierender Asphalt bei der Erneuerung der Deckschicht der südlichen Fahrbahn der Straße Alt-Friedrichsfelde von Rosenfelder Straße bis Rhinstraße

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht für die Ausführung der in der Prioritätenliste der Anmeldung zur Investitionsplanung 2017‑2021 aufgeführten Erneuerung der Deckschicht der südlichen Fahrbahn der Straße Alt-Friedrichsfelde von Rosenfelder Straße bis Rhinstraße schallschluckenden und schadstoffreduzierenden Asphalt zu nutzen.

Das Bezirksamt wird zudem ersucht sich um eine Förderung der Maßnahme durch Dritte, wie z. B. dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, zu bemühen.

Begründung:

Die B1 zwischen Rosenfelder Straße und Rhinstraße ist stark durch Lärm belastet. Auf der Straße werden Schallpegel über 75dB(A) (im Bild blau markierte Flächen) erreicht, die gesundheitsschädlich sind. Auf den Gehwegen übersteigen die Schallpegel zumeist 70dB(A) (im Bild lila markierte Flächen).
Die Stickoxid- und Feinstaubbelastung ist auf dem genannten Abschnitt der B1 weit überdurchschnittlich (im Bild lila markierte Strecke).
Schallschluckenden und schadstoffreduzierenden Asphalt bei der Erneuerung der Deckschicht der südlichen Fahrbahn der Straße Alt-Friedrichsfelde von Rosenfelder Straße bis Rhinstraße zu verwenden, würde helfen, die Emissionen (Lärm und Luftschadstoffe: NOx und PM10) zu reduzieren.

Die Erneuerung der Fahrbahn ist ab 2020 angedacht, so dass ein ausreichend langer Planungsvorlauf besteht, um schallschluckenden und schadstoffreduzierenden Asphalt in der Bauausführung zu nutzen.

Das Schweizerische Bundesamt für Umwelt BAFU sieht in lärmärmeren Straßenbelägen ein großes Potenzial. Nach einer Studie des BAFU vermindern die wirksamsten schallschluckenden Beläge die Fahrgeräusche so stark, als wären auf den sanierten Strecken nur noch 15 % des ursprünglichen Verkehrs unterwegs.[1]

„Lärmarme Straßenbeläge haben folgende Vorzüge: Innerorts ist der Einbau von lärmarmen Belägen neben Temporeduktionen oft die einzige straßenseitig realisierbare Maßnahme zur Lärmreduktion.
Durch die unmittelbare Wirkung an der Lärmquelle sind oft keine Ersatzmaßnahmen bei Gebäuden – wie etwa Schallschutzfenster – erforderlich.
Es wird nicht nur ein einzelnes Gebäude, sondern der angrenzende Siedlungsraum als Ganzes entlastet.“[2]

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert bis Juni 2018 ein Projekt zu nachhaltigem HighTech-Asphalt, der schadstoff- und lärmmindernd wirkt.[3] Ergebnisse des Projekts könnten bei der Sanierung der südlichen Fahrbahn Alt-Friedrichsfelde genutzt werden.

[1] Vgl. https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/laerm/dossiers/grosses-potenzial-schallschluckender-asphalt.html (Seitenaufruf am 21.05.2017)
[2] Vgl. https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/laerm/fachinformationen/massnahmen-gegen-laerm/massnahmen-gegen-strassenlaerm/laermarme-strassenbelaege.html (Seitenaufruf am 21.05.2017)
[3] Vgl. Projekt: NaHiTAs; https://www.hightechmatbau.de/ (Seitenaufruf am 22.05.2017)

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=7101

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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