11.12.2014 Induktionshöranlagen und Gebärdensprach-Dolmetscher_in bei bezirklichen Veranstaltungen

Drucksache DS/1406/VII

Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:

Das Bezirksamt wird ersucht zu prüfen, ob in Räumen von bezirklichen und Veranstaltungen der BVV (Tagungen, BVV- und Ausschuss-Sitzungen, die beispielsweise im Rathaus Lichtenberg, der Max-Taut-Aula, dem Kulturhaus Karlshorst und dem Museum Lichtenberg stattfinden) Induktionshöranlagen eingebaut oder durch Anmietung mobiler Anlagen zur Verfügung gestellt werden können. Des Weiteren wird das Bezirksamt ersucht zu prüfen, inwieweit bei angemeldetem Bedarf, für BVV- und Ausschusssitzungen ein_e Gebärdensprach-Dolmetscher_in zur Verfügung gestellt werden kann. Über die Angebote sollte dann in den einschlägigen Medien sowie im Internet informiert werden.

Begründung:
Das Berliner Landesgleichberechtigungsgesetz (LGBG) formuliert das Benachteiligungsverbot für Menschen mit Behinderungen. Um diesen Menschen die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen, ist es unverzichtbar auch die kommunikativen Barrieren bei öffentlichen Veranstaltungen und Gremien-Sitzungen zu beseitigen. Dazu sollten in den Räumlichkeiten der BVV und der Ausschuss-Sitzungen Induktionshöranlagen vorhanden sein. In den Räumlichkeiten der BVVen in Reinickendorf, Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf stehen schon jetzt für diese Menschen induktive Höranlagen zur Verfügung.

Auch in öffentlichen Veranstaltungsräumen, wie bspw. dem Kulturhaus Karlshorst und dem Museum Lichtenberg, sollten induktive Höranlagen vorhanden sein, um eine Teilhabe am kulturellen Leben im Bezirk zu ermöglichen. Erfahrungsgemäß besuchen Senior_innen und ältere Menschen überproportional die Veranstaltungen dieser Einrichtungen, eine Altersgruppe, die tendenziell in erhöhtem Maße Induktionshöranlagen nutzt.

Induktive Höranlagen, auch Ringschleifenanlagen genannt, sollten deshalb anderen stationären Kommunikationssystemen wie FM- und Infrarot-Anlagen vorgezogen werden, da für den Empfang kein spezielles Empfangsgerät nötig ist, sondern Hörgeräte und Cochlea-Implantate genutzt werden.

Als erster Schritt könnte eine Sichtung und Beratung zu den Möglichkeiten einer Umsetzung in den Räumen sein, die im Zuge der Umsetzung der DS/1368/VII „Signet „Berlin Barrierefrei“ für bezirkliche Gebäude“ in Frage kommen.

Laut dem Deutschen Gehörlosen-Bund e. V. leben circa 80.000 Gehörlose in Deutschland, circa 140.000 Menschen sind auf eine_n Gebärdensprach-Dolmetscher_in angewiesen. Prozentual gesehen sind damit circa 500 Menschen in Lichtenberg auf einen Gebärdensprach-Dolmetscher angewiesen. Das Angebot eines_r Gebärdensprach-Dolmetschers_in bei Bedarf dient damit der gleichberechtigten Teilnahmemöglichkeit von Gehörlosen an den öffentlich tagenden Gremien-Sitzungen. Eine offensive Bewerbung dieser Möglichkeit im Internet und in den einschlägigen Medien ist wichtig, damit diese Menschen nicht bei der Anmeldung des Bedarfes in die Position der Bittstellung kommen, sondern auf das Angebot verweisen können.

Stand der Umsetzung: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo020.asp?VOLFDNR=6067

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

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