10. Die Rummelsburger Bucht: Ein Beispiel für Lichtenbergs Herausforderungen

Die Rummelsburger Bucht benötigt ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Entwicklungskonzept, welches die Bedürfnisse und Interessen der dort lebenden Menschen, Tiere und Pflanzen gleichermaßen berücksichtigt. Es müssen jetzt die richtigen Schritte unternommen werden, damit eines Tages wieder im See gebadet werden kann. Dafür müssen alle Fakten ergebnisoffen auf den Tisch. Um alle Interessen bei der zukünftigen Nutzung zu berücksichtigen, sollte der von uns initiierte Runde Tisch konstruktiv fortgeführt werden.

Giftige Böden und belastetes Wasser? Wir tun was dagegen!

Von schadstoffbelasteten Böden darf in Lichtenberg keine Gefahr ausgehen, weder im Tierpark noch im Rummelsburger See. Solange kein überzeugendes Konzept für den kontaminierten Seeboden gefunden ist, sollten keine weiteren Stege gebaut und große Fahrgastschiffe ganz vom See verbannt werden, denn sie wirbeln den giftigen Seeboden immer wieder auf. Auf die Gefahren für badewillige Menschen muss noch stärker hingewiesen werden.

Wir stehen dafür, Probleme vor Ort anzupacken und sie nicht an andere Stellen auszulagern. Anfallendes Regenwasser im Baugebiet Ostkreuz sollte dort versickern, wo es anfällt. Hierfür eignen sich beispielsweise begrünte Dächer und Oberflächen oder Rigolen. Die von der Bezirksverwaltung vorgesehenen Regenwasserrückhaltebecken erzeugen nur weitere Probleme. Die Schadstoffeinträge, die vom Ruschegraben aus in den Rummelsburger See gelangen, müssen abgestellt werden. Und das am besten dort, wo sie entstehen. Die Sport- und Freizeitfläche Georg-Löwenstein-Straße darf nicht einer Regenwasser-Reinigungsanlage zum Opfer fallen, für die nötige Reinigung müssen dezentrale Möglichkeiten überprüft werden.

Neue Wohngebiete brauchen eine soziale und grüne Infrastruktur

Der Bau neuer Wohnungen in Lichtenberg kann nur mit der gleichzeitigen Mitplanung von sozialer und grüner Infrastruktur erfolgreich gelingen. Neue Schulgebäude, Kitas und Grünflächen müssen auch bei der Entwicklung des Baugebietes Ostkreuz vorgesehen werden.

Die neuen Bauvorhaben in Lichtenberg dürfen nicht dazu führen, dass Menschen verdrängt werden und letzte Freiräume dem schnellen Profit durch Grundstücksverkäufe zum Opfer fallen. Überdimensionierte Bauplanungen wie das sogenannte Wasserhaus am Ostkreuz sehen wir nicht zuletzt deshalb kritisch, weil das voraussichtliche Verkehrsaufkommen der Besucher*innen vollkommen ungeklärt ist.

Wir machen uns dafür stark, dass der Rummelsburger See endlich in Landeshand gelangt. Die Situation – Bund als Eigentümer, Land als Verantwortlicher für die Beseitigung der Altlasten – verkompliziert die Problemlage zusätzlich.

↑ zurück zur Übersicht

Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

Verwandte Artikel