10.1.2017: „Auf die Überholspur wechseln“

Wilfried Nünthel (CDU), Stadtrat für Schule und Umwelt/Verkehr, bleibt dabei: Das Bezirksamt will die von Linken und Grünen gewünschte Gemeinschaftsschule nicht im geplanten Stadtquartier an der Mole (Rummelsburger Bucht) bauen. Wie berichtet, hatten Linke und Grüne in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) dazu einen Antrag gestellt. Denn in Rummelsburg werden die Schulplätze knapp. Das Bezirksamt habe sich in der Abwägung aus der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan damit beschäftigt und entschieden, dem Antrag der Verordneten nicht zu folgen, sagte Nünthel am Montag, 9. Januar, bei der Vorstellung des Jahresprogramms seines Ressorts. Denn das gewünschte Schulgrundstück an der Kynaststraße sei längst verkauft. Dort soll die sogenannte Coral World entstehen – ein riesiges Aquarium, das die Bedeutung des gesamten Ökosystems deutlich machen soll, die Wechselwirkungen von Wasser, Tieren und Landschaft. Weitere Kaufverträge sind in Vorbereitung.

Vorschlag: Oberstufenzentrum verlagern

„Würden die Verträge rückabgewickelt, kämen wahrscheinlich Entschädigungszahlungen auf das Land Berlin zu“, sagt Nünthel. Auch mit dem Wohnungsbau würde es schwierig, wenn dem vorliegenden B-Plan nicht mehr gefolgt werde. Eine Alternative sei möglicherweise eine Verlagerung des Oberstufenzentrums an der Marktstraße 2-3. Das Gebäude, in dem sich früher ein Gymnasium befand, könne dann wieder als bezirkliche Schule genutzt werden. „Wir wissen allerdings nicht, ob die Senatsbildungsverwaltung sich darauf einlässt“, räumt Nünthel ein. „Aber vorschlagen werden wir das.“ Ziemlich klar ist dagegen, dass an der Hauptstraße 8-9 in Rummelsburg eine dreizügige Grundschule entstehen kann. Das bestätigt eine Machbarkeitsstudie, die im vergangenen Jahr erarbeitet wurde. Die alten Backsteingebäude , die gegenwärtig noch von der Polizei als Lager genutzt werden, sollen dafür denkmalgerecht umgebaut und mit einem Ergänzungsbau versehen werden. Die Kosten dafür betragen rund 19 Millionen Euro. Der Schulausschuss wird sich noch in diesem Monat mit der Problematik beschäftigen, der Stadtentwicklungsausschuss im Februar.

Reaktivierung von Standorten

Insgesamt wendet der Bezirk in diesem Jahr mehr als 50 Millionen Euro aus Bezirks- und Landesmitteln für Investitionen in Schulen und Sportanlagen auf, dazu kommen noch einmal etwa 3,8 Millionen Euro für die laufende Bauunterhaltung von Schulen inklusive Schulturnhallen. „Vor fünf Jahren hat der Wohnungsbau den Trend zur wachsenden Stadt eingeleitet, der bis heute mit hoher Intensität anhält. Senat und Bezirke müssen nun auf die Überholspur wechseln, um die sich daraus ergebenden Infrastrukturbedarfe zu decken“, sagt Nünthel. Vorgesehen sind ein Erweiterungsbau der Lew-Tolstoi-Grundschule für 216 Schüler sowie der Neubau einer Zweifeld-Sporthalle (11,9 Millionen Euro), die Reaktivierung des Schulstandortes Wartiner Straße 6 inkl. Sporthalle (9,8 Millionen Euro), die Reaktivierung des Schulstandortes Paul-Junius-Straße 69 inkl. Sporthalle (11,6 Millionen Euro) sowie die Sanierung der Fassade und die Herstellung von Barrierefreiheit in der Schule am Grünen Grund (1,3 Millionen Euro). Bereits begonnen hat die energetische Sanierung von Haus A des Johann-Gottfried-Herder-Gymnasiums (3,2 Millionen Euro).

Acht Turnhallen werden saniert, eine neu gebaut

„Lange erwartet wurden die Investitionen in Turnhallen, hier gehen wir nun in großen Schritten voran. Es starten acht Hallensanierungen und ein Neubau. Die Beeinträchtigungen für den Schul- und Vereinssport wollen wir auf das Unvermeidliche reduzieren. Das wird eine enorme Herausforderung“, so Nünthel. Die Mittel dafür kommen teils aus der bezirklichen Investitionsplanung, vor allem aber aus Sonderprogrammen des Senats wie dem Schul- und Sportstättensanierungsprogramm, dem Sportanlagensanierungsprogramm und dem Sanitäranlagensanierungsprogramm. Vorgesehen sind: Grundsanierung der Sporthalle Anton-Saefkow-Platz 5, der Schulsporthalle an der Grundschule am Roederplatz, der Bürgermeister-Ziethen-Grundschule, der Friedrichsfelder Grundschule, der Richard-Wagner-Grundschule sowie die Herstellung von Außenanlagen nach dem Sporthallenneubau am Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium. Auch das Sportfunktionsgebäude Harnackstraße/Coppistraße 8 wird grundsaniert. Das Kunstrasen-Großspielfeld im BVG-Stadion wird überholt, der Zaun in Ordnung gebracht.

Quelle: www.lichtenbergmarzahnplus.de , Autorin: Birgitt Eltzel

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

Verwandte Artikel