1. Schule und Bildung für einen guten Start

Alle Menschen haben das Recht auf die gleichen Chancen. Bildung und Lernen müssen für alle offen sein – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, sozialem Hintergrund, Sexualität, Religion oder Fähigkeiten. Wir stehen daher für einen besseren, offenen und inklusiven Bildungsbereich in Lichtenberg. Wir wissen, dass Investitionen in die Zukunft der Einzelnen am Ende der ganzen Gesellschaft nützen.

Lichtenberg braucht mehr Schulen! – Für Sanierung und Neubau

Wir setzen uns dafür ein, dass trotz des wachsenden Bedarfs eine wohnortnahe und vielfältige Schulversorgung in allen Stadtteilen Lichtenbergs sichergestellt wird. Dazu müssen auch die freien Schulen Zugang erhalten. Die Schulentwicklungsplanung muss die Bevölkerungsentwicklung und den Zuzug aus anderen Stadtteilen berücksichtigen. Wir brauchen überall im Bezirk Lichtenberg mehr Schulen. Besonders dringend ist der Bedarf laut der Schulentwicklungsplanung in den Kiezen Karlshorst, Rummelsburg und dem Kaskelkiez. Der Bezirk muss sofort mit den Planungen für neue Schulstandorte beginnen! Verfügbare Hort- und Verwaltungsräume müssen den steigenden Zahlen angepasst werden.

Wir setzen uns für eine adäquate inklusive Infrastruktur an den Lichtenberger Schulen ein .Mit grünen Konzepten wollen wir den Sanierungsstau der Schulgebäude verringern, geeignete Raumkonzepte realisieren und die Lernräume gut ausstatten. Ein gutes Beispiel ist ein Konzept, das unsere bündnisgrüne Abgeordnetenhausfraktion erarbeitet hat. Danach werden überbezirklich Schul- und Bezirke-Immobilienmanagement GmbHs gegründet, um die Bezirke zu entlasten. Gleichzeitig werden so Strukturen geschaffen, um Schulgebäude effizient zu unterhalten und zu sanieren.

Den jungen Lichtenberger*innen steht dabei auch eine bedarfsgerechte und bezahlbare Versorgung mit vielfältigem, gesundem Mittagessen in der Schule zu!

Ein guter Übergang von der Kita zur Schule

Kitas sind Bildungseinrichtungen – von Anfang an. Sie vermitteln wichtige soziale Kompetenzen fürs Leben, auch und gerade weil sie Kindern freien Raum fürs Spielen geben. Wir wollen ihre Leistung anerkennen und den Kindern die besten Möglichkeiten geben, indem wir auch Übergänge von der Kita in die Schule gestalten. Kooperationen zwischen Kitas und Schulen sind in den letzten Jahren verstärkt zustande gekommen und umgesetzt worden. Wir setzen uns dafür ein, dass Kitas und Schulen weiter gemeinsame Wege ausprobieren und gehen und das auch einmal ohne Vorgaben durch den Bezirk.

Wir setzen uns auch für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe ein. Die bestehenden kooperativen Handlungsformen in Schule und Jugendhilfe müssen ausgebaut werden. Der Frage, was längere Schulzeiten und weniger Freizeit für die Jugendlichen bedeuten, muss gemeinsam mit den Akteur*innen nachgegangen werden.

Gemeinsam lernen: Wir wollen die Förderzentren öffnen

Lichtenberg verfügt über sechs Förderzentren. Dieses steht der von Deutschland 2009 unterzeichneten UN-Behindertenrechtskonvention entgegen. Diese Rechtskonvention muss endlich auch in Lichtenberg umgesetzt werden: Wir fordern eine behutsame Öffnung dieser Förderzentren für Schüler*innen aus den Regelschulen und umgekehrt. Ein enger Dialog und Austausch zwischen Eltern, Schule und Bezirk soll Vorschläge und Kritik aufnehmen, mit Unterstützung durch Fachleute beraten und die Schulen schrittweise öffnen. Die ersten Voraussetzungen dafür sind die nötigen infrastrukturellen Veränderungen an allen Schulen zu schaffen, damit Schüler*innen mit Behinderung ihren Schulplatz frei wählen können.

Bibliotheken und Volkshochschulen besser finanzieren

Wir setzen uns dafür ein, die bestehenden Bildungsangebote für Lernen in allen Lebensphasen vielfältiger, inklusiver und bedarfsorientierter zu gestalten sowie sie finanziell abzusichern. Für unsere Bibliotheken prüfen wir, ob ein spezieller Fonds eingerichtet werden kann, der einen gruppenspezifischen Bildungs- und Kulturauftrag (z.B. durch Ausstellungen, Seminare, Lesungen und Konzerte) ermöglicht.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Lichtenberger Volkshochschule sowohl Alphabetisierungs-, Integrations- und Elternkurse als auch inklusive Kurse dezentral und bedarfsorientiert anbietet. Besonders wichtig sind uns Angebote in leichter Sprache für Menschen mit Behinderungen im Allgemeinbildungsbereich. Eine Zentralisierung des Angebotes lehnen wir ab, da dadurch nicht auf alle Nutzer*innen eingegangen werden kann.

Einrichtungen der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen verstärkt gefördert sowie personell und finanziell ausgestattet werden, der bezirkliche Einfluss auf die Berufs- und Erwachsenenbildung soll in diesem Bereich verstärkt werden. Wir wollen neue und bestehende Projekte fördern, die sich mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung beschäftigen – Beispiele sind die Umweltkontaktstelle im Interkulturellen Garten, das Umweltbüro im Welsekiez und die Naturschutzstation Malchow.

Glück durch Musik für jedes Kind

Musik ist ein sprachunabhängiger Weg, alle Menschen ungeachtet ihres Alters, ihrer Herkunft und ihres sozialen Hintergrundes einzubinden. Wir setzen uns für die Weiterentwicklung, aber auch für eine weitergehende Öffnung der bereits hervorragenden Lichtenberger Musikschulen ein: Es muss auf Menschen mit Behinderungen durch qualifizierte Musiklehrer*innen eingegangen werden. Unser Anliegen ist, dass besonders Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien dabei gefördert werden, Glück durch Musik zu erleben.

Sporthallen zum Sporttreiben – auch für Geflüchtete

Mit seinen zahlreichen Sportvereinen und dem Sportforum Berlin gehört Lichtenberg in die internationale Rangliste des Sportes – dennoch entsprechen die Lichtenberger Sportflächen immer öfter nicht mehr dem aktuellen Standard. Sport steht nicht nur für Leistung und Wettkampf, sondern vor allem für Spaß und bessere Gesundheit unabhängig vom Alter. Wir bekennen uns klar zum Breitensport, bei dem jede*r mitmachen kann.

Sport verbindet und baut Grenzen ab. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Infrastruktur in diesem Bereich zu verbessern: Barrierefreiheit soll kein Wort, sondern eine Selbstverständlichkeit sein. Die Sportvereine müssen finanziell unterstützt werden, um die Ausstattung und somit das Angebot deutlich zu verbessern.

Die Unterbringung von Geflüchteten in Sporthallen ist für uns der falsche Weg, teuer und nur unter sehr schlechten Lebensbedingungen für die Menschen möglich. Sie beruht immer auf einer Fehlplanung auf Landesebene, denn es gibt ausreichend anderen Raum, der für die Unterbringung genutzt werden kann. Wir können eine Nutzung von Sporthallen als Geflüchtetenunterkunft daher nur als absoluten und von vornherein befristeten Ausnahmefall akzeptieren. Alternativen müssen vorher geprüft und die Nutzer*innen und dort lebenden Menschen ausreichend informiert werden.

Wir wollen, dass Menschen – auch Geflüchtete – in Sporthallen Sport treiben. Die Vereine sollen dabei unterstützt werden, passende Angebote zu machen und selbstbestimmt ihre Aufgaben zu erfüllen.

Räume für Kunst und Kreative

Wir setzen uns für eine bunte Kulturlandschaft in Lichtenberg ein. Die vorhandenen Kultureinrichtungen sind weiter zu unterstützen und auszubauen. Eine breite Aufstellung unserer Kulturangebote in Lichtenberg ist zu unterstützen. Dies könnte beispielsweise durch die Bereitstellung von öffentlichen Flächen, auf denen verschiedene Künstler*innen ihre Werke öffentlichkeitswirksam einem breiten Publikum präsentieren können, geschehen. Auch ein Online-„Atelier-Pool“, eine Auflistung freier, zur Schaffung von Kunst geeigneter Räumlichkeiten im Bezirk, könnte Künstler*innen in Lichtenberg unterstützen. Der Fokus darf dabei nicht nur auf einzelne Einrichtungen gesetzt werden. Künstler*innengemeinschaften muss die Möglichkeit gegeben werden, ihre Räumlichkeiten zur Produktion und Ausstellung zu nutzen – und das auch zu einem verträglichen Mietpreis. Auch soll ein Fokus bei der Kultur in den Bereichen Inklusion und Vielfalt gesetzt werden. Es gibt schon jetzt fantastische Theateraufführungen, die durch und mit Menschen mit Behinderung organisiert werden.

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Kreisverband Lichtenberg von Bündnis 90/Die Grünen

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