04.10.2017 Forderungen der Lichtenberger Artenvielfaltskonferenz 2014

Am 30.Oktober 2014 richtete das Bezirksamt eine Artenvielfaltskonferenz in Lichtenberg aus. Um die bestehende Artenvielfalt in Berlin zu verbessern und zu erhalten stellten die Teilnehmer*innen, unter ihnen Bezirksstadtrat Nünthel, in dem dokumentierten Fazit sieben Forderungen unter anderem an die Lichtenberger Politik und Verwaltung.

Dort heißt es:

  1. Zur Umsetzung der Ziele der Lichtenberger und Berliner Strategie zur biologischen Vielfalt sind finanzielle Mittel notwendig. Neben bezirklichen Finanzmitten sollen auch andere Fördermöglichkeiten auf Landes- und Bundesebene sowie von der zuständigen Senatsverwaltung aus den Bereichen Landwirtschaft, Artenschutz und Forschung genutzt werden.
  2. Einen wesentlichen Baustein für den Artenschutz stellt der Biotopverbund dar. Deshalb muss die Realisierung des im aktuellen Landschaftsrahmenprogramm dargestellten Biotopverbundes zeitnah und umgehend erfolgen
  3. Sowohl die Umsetzung der Strategie zur biologischen Vielfalt als auch des Biotopverbunds benötigen ausreichend personelle und finanzielle Ressourcen. Die Teilnehmer/-innen der Artenvielfaltskonferenz fordern die Bereitstellung von Personal in der Senats- und Bezirksverwaltung.
  4. Die Liste der in Berlin zu schützenden Gebiete ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Die Dauer für Unterschutzstellungsverfahren steht in keinem Verhältnis zur Dringlichkeit, die durch andere Nutzungsansprüche wie Wohnungsbau, Straßenbau, Entwicklung von Gewerbegebieten und anderes gestiegen ist. Eine schnelle Umsetzung von Schutzgebietsverfahren ist für die Erhaltung der biologischen Vielfalt erforderlich.
  5. In der Tagung hat sich Beweidung als eine wirkungsvolle, aber nicht kostensparende Methode zur Pflege unterschiedlicher Biotope dargestellt. Eine wesentliche Erkenntnis war aber auch, dass sich die positive Wirkung der Beweidung erst nach langjähriger fachlich begleiteter Praxis einstellt. Weiterhin fordern die Tagungsteilnehmer/-innen die Erarbeitung einer Berliner Konzeption, ob und wie eine Beweidung mit unterschiedlichen Tierarten als Pflegemethode zum Erhalt der Artenvielfalt in Schutzgebieten möglich ist. Ergänzend soll die Eignung und Umsetzbarkeit einer Beweidung in Schutzgebieten geklärt werden.
  6. In Berlin ist aufgrund der Größe der Schutzgebiete eine Beweidung selten wirtschaftlich zu betreiben. Deshalb muss in dem zu erstellenden Konzept geprüft werden, ob und welche finanziellen Unterstützungsmaßnahmen von Seiten des Berliner Senats erfolgen können.
  7. Lichtenberger und Berliner Bürger/-innen zeigen bisher ein großes Interesse an Beweidungsprojekten. Inwieweit das bürgerschaftliche Engagement der Berliner und Berlinerinnen in solchen Beweidungsprojekten genutzt werden kann, sollte geprüft werden. In anderen Bundesländern und EU-Staaten gibt es vielfältige erfolgreiche Ansätze.

Antwort: http://www.berlin.de/ba-lichtenberg/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/ka020.asp?KALFDNR=1914

Ein Beitrag der BVV-Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Berlin Lichtenberg

Verwandte Artikel